Gemeinderat

Die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung findet in Billafingen, Neue Gerbe, statt

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Di., 18.12.2018

18:00 Uhr

 

News :: Infos

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (42) und vom Biotoverbund Bodensee (BVB) allgemein

2015 war für beide – unseren Weiher und den BVB – wieder ein gutes Jahr – schöner Anlass für einen weiteren Bericht. Um mit den auffälligsten Bewohnern – den Vögeln – zu beginnen:

Auch im letzten Jahr gab es zwei neue, erstmals bei uns beobachtete Arten – am 25. April eine männliche Löffelente, gut zu erkennen an dem überaus langen Schnabel, mit dem sie Kleinlebewesen aus dem Wasser herausseiht, und ab dem 12. März bis zu drei Nilgänse. Dieser Afrikaner breitet sich in Deutschland von Norden von Holland her aus, wo die Nilgans eingebürgert wurde, brütet auch bereits in Baden-Württemberg und wird sicherlich in Bälde auch unseren BVB besiedeln. Die Nilgänse wollten wohl auch schon im letzten Jahr bei uns brüten, wurden aber von den sehr aggressiven Graugänsen bisher verdrängt. Mit den beiden Neuzugängen stieg die Anzahl der insgesamt an unserem Weiher beobachteten Vogelarten auf nunmehr 179 an. 2015 konnten im Weihergelände und seiner Umgebung bis zum Dorf und den angrenzenden Wäldern insgesamt 128 Vogelarten beobachtet werden, und 66 davon haben gebrütet, 2014 sogar 72 Arten. Ganz erfreulich war auch der Bruterfolg unserer Störche mit fünf flüggen Jungen – da hat sich das Zufüttern mit Eintagsküken und Fischen gelohnt! Heuer traf der erste Storch schon sehr früh ein – am 9. Februar – und es ist unser altes wohlbekanntes Männchen, das nun schon seit der ersten Storchenbrut am Sielmann-Weiher 2008 bei uns nistet. Nun sind wir gespannt, ob er wieder eine neue Dame als Partnerin anlocken wird – das wäre dann die vierte.
Bei den Säugetieren ist zweierlei augenfällig: Die Büffelherde ist ordentlich angewachsen und erfreut Besucher aus nah und fern mit ihren prächtigen Tieren, und ein anderer hinterlässt immer mehr Spuren, auch wenn man ihn selber kaum zu sehen bekommt: der Biber. In einer stattlichen Burg lebt inzwischen eine ganze Familie, und die sorgt sichtbar dafür, dass vor allem die verschiedenen Weidenarten nicht zu stark aufwachsen. Da andere Baum- und Straucharten weitgehend unbehelligt bleiben, ist es nun nach dem Häckseln der Heckenränder am Hauptweg notwendig, die gesamte Hecke Stück für Stück auf den Stock zu setzen, damit sie bodennah wieder dicht wird. Dafür bleiben die Reiser des Rückschnitts fächerförmig liegen, sodass ein für Menschen und Hunde, aber auch Füchse und Marder nahezu undurchdringliches Dickicht entsteht, in dem zahlreiche Arten wie Zaunkönig, Grasmücken, Laubsänger, Ammern, aber auch Zwergmaus, Mauswiesel und viele andere unbehelligt leben und brüten können.
Die Amphibien-Zahlen werden wieder mitgeteilt, wenn auch die Transferaktion 2016 abgeschlossen ist.
Sehr Erfreuliches gibt es vom BVB zu berichten. Im Nesselwanger Ried ist zwischen der B 31 neu und Hödingen ein prächtiges Feuchtgebiet entstanden und im September 2015 eingeweiht worden: ein 1,5 Hektar großer Weiher mit sechs Inseln, Beobachtungsplattform und umliegender Weide mit Hinterwälder Rindern, die z. Z. noch erweitert wird – ein neuer Baustein, auch für einen lohnenden Besuch. Heuer wollen wir ein neues Projekt bei Rielasingen realisieren, und für 2017 gibt es Pläne in Richtung Nord, Ost und West. Und wohl das Wichtigste und Erfreulichste: Gegenwärtig erarbeiten wir mit der Sielmann Stiftung in Verbindung mit dem Bundesamt für Naturschutz in Bonn eine Strategie zur Umsetzung der Idee „Jeder Gemeinde ihr Biotop“ in ganz Deutschland, die 2017 starten soll. Damit könnte das, was wir hier in den letzten gut zehn Jahren am Bodensee erprobt haben, Tieren und Pflanzen im gesamten Land zugute kommen und endlich dazu führen, den immer noch zunehmenden Verlust an Artenvielfalt allmählich zu stoppen.

Peter Berthold

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