Gemeinderat

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Di., 29.01.2019

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (38) und vom Biotoverbund Bodensee (BVB) allgemein

Was für ein ereignisreiches Jahr war 2011! Es begann im März mit der ungeahnten Überraschung, die der erstmals aufgestellte Krötenzaun ans Licht brachte:

Einer der Gänsegeier vom Sielmann-Weiher (Bild: Simon Ücker)
Einer der Gänsegeier vom Sielmann-Weiher
(Bild: Simon Ücker)

Dass sich nämlich rund 5000 Erdkröten und weitere Amphibien auf den Weiher zubewegten, um dort zu laichen – wohl die meisten Kröten im ganzen Bodenseeraum. Näheres dazu wurde bereits im Bericht 37 vom 30. April mitgeteilt. Das nächste Großereignis war die Erstausstrahlung des Fernsehfilms „Von Äpfeln, Wildgänsen und Teichrohrsängern“ in der Reihe „Natur Exclusiv“ vom BR über den BVB allgemein und speziell über den Sielmann-Weiher (HSW) am 2. April. Dieser Film, der inzwischen bundesweit bekannt geworden ist, im Laufe des Jahres wieder von anderen Sendern gezeigt werden wird und von dem die Sielmann Stiftung (HSS) 10000 DVD verteilt, macht sowohl für Projekte im BVB als auch für unsere Gemeinde in ganz Deutschland Reklame. Höchst erfreulich ist, dass es mit Hilfe der HSS und von PLENUM gelang, mit jahrzehntelang haltbaren Zäunen die lange geplanten Dauerweiden im Billafinger Tal sowie an Hanglagen einzurichten, sodass im Frühjahr eine stattliche Wasserbüffel-Herde Einzug halten konnte. Kaum waren die Büffel da, lockten sie Weidetiere begleitende Vögel an: Stare, Pieper, Stelzen, Rotschwänze u. a. Insbesondere Schafstelzen – auch Viehstelzen genannt – die in der Talaue letztmals 1974 gebrütet haben, hielten sich in Trupps von mehr als zehn Vögeln bei den Büffeln auf, um an den Tieren und ihrem Kot die dort reichlich vorhandenen Insekten zu jagen. Ein Paar dieser Vögel hat vermutlich 2011 sogar wieder bei uns gebrütet. Um bei den Vögeln zu bleiben: Die Artenliste des HSW hat sich wieder erweitert – von den 115 Arten bis 2004 auf nunmehr 171. Zunächst ist für 2010 noch eine weitere Art nachzutragen – die Turteltaube, ein Zugvogel, der im Bodenseeraum in etwa 50 Brutpaaren vorkommt. 2012 brachte uns 2 neue Arten – zunächst am 25. Juni 5 Gänsegeier! Trupps von über 30 dieser riesigen Vögel mit einer Flügelspanne von rund zweieinhalb Metern wurden von einem Schwall sehr warmer Luftmassen aus dem Mittelmeerraum auch ins Donautal und an den Niederrhein „getragen“. Die bei uns aufgetauchten Geier, die lange über den ruhenden Büffeln nach Aas Ausschau hielten, wurden sogar fotografiert (von Simon Ücker – siehe Abbildung). Und am 4. November erschien gegen Abend eine Raubseeschwalbe, die auf dem Weiher übernachtete. Diese größte heimische Seeschwalbe, die die Größe einer Möwe besitzt, erscheint im Bodenseeraum sporadisch. Bei den Störchen gab es einen Wechsel, der einigen Beobachtern am Verhalten der Vögel aufgefallen war: Die bisherige Storchendame ist nicht mehr zu ihrem Partner zurückgekehrt; ihm hat sich vielmehr (wie ihr Ring erkennen lässt) eine neue Störchin zugesellt, die im Juni 2008 als nestjunger Vogel bei Ostrach beringt worden war.  

Am Unteren Frickhof wurde – von der HSS finanziert – der Birnensorten-Erhaltungsgarten erweitert, und in der Ortsmitte konnte durch eine Bürgeraktion, an der auch die HSS beteiligt ist, die Roth’sche Scheune sichergestellt werden. Der Grund für diese Beteiligung ist, dass die HSS bei entsprechendem Aus- und Umbau in dem Gebäude gern ein Regional-Center für den BVB einrichten möchte. Das wäre auch gut so, denn seit dem 1. Januar arbeitet im BVB eine Projektmanagerin -  Frau Sindy Bublitz. Als ausgebildete Dipl.-Ing. für Landschaftsentwicklung ist sie ausgewiesene Fachfrau, und da sie bis Ende 2011 bei PLENUM Stockach tätig war, ist sie auch bereits sehr gut mit dem BVB, seiner Gebietskulisse und seinen lokalen Besonderheiten vertraut. Sie wird bis auf weiteres von Stockach aus agieren und mich künftig sicher erheblich entlasten, sodass ich künftig vielleicht sogar einmal einen „Rentnerhock“ besuchen kann.  

Ende Januar haben wir die Baugenehmigung für den Walpertsweiler Weiher erhalten, sodass dieser ehemalige Salemer Klosterweiher nun bald wieder Gestalt annehmen kann. Er wird mit 1,7 ha Wasserfläche einen großen Baustein in einer ordentlich wachsenden Weiher-Kette bilden, die den BVB nun mehr und mehr Gestalt annehmen lässt.  

In unserem Urstromtal werden wir in der bewährten Gruppe in Bälde wieder den Krötenzaun aufstellen und dann für die Kontrollen auf ähnlich reichen Frosch- und Krötensegen wie im letzten Jahr hoffen.   

Peter Berthold

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