Gemeinderat

Die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung findet im Bürgersaal des Rathauses Owingen statt

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Di., 10.07.2018

18:30 Uhr

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (35)

Zur Jahresmitte eine kurze Zwischenbilanz. Die derzeitige subtropische Hitze gepaart mit den starken Niederschlägen im späten Frühjahr haben zu überaus üppiger Vegetation geführt. Noch nie standen Schilf, Rohrkolben, Mädesüß und viele andere Pflanzen am Weiher so hoch wie heuer...

Auch eine Reihe von Raritäten hat sich prächtig entwickelt: An der Flachwassermulde in der westlichen Riedwiese blühten zunächst viele Schachblumen und später rund 40 Sibirische Schwertlilien (eine ausgesamte auch am Schilfweg bei den Naturlehrpfad-Schildern), im Ringgraben gedeihen Hunderte von Froschbiß-Pflanzen, und vor den üppig blühenden Seerosen entfalten sich viele Blätter der Seekanne, denen bald die wunderschönen gelben Blütenkelche folgen werden.  

Am 1. und 2. Juli sind zwei prächtige Jungstörche ausgeflogen, die nun bald wegziehen werden. Zum Glück haben unsere altbekannten Altstörche, die am 15. bzw. 27. Februar eingetroffen sind, sogleich wieder ihre Fütterung (mit zweimal täglich Eintagsküken und Fischen) angenommen, ohne die ihre Jungen heuer sehr wahrscheinlich genauso eingegangen wären wie die in vielen anderen Horsten Süddeutschlands. Die ungeheueren Mengen an kaltem Dauerregen waren nur bei bester Ernährungslage zu überstehen. Ein zunächst drittes Storchenjunges im Billafinger Nest ist rasch im Wachstum zurückgeblieben und frühzeitig verschwunden. Die Futterstelle, die bis zum Wegzug der Altstörche bestückt wird, dient heuer auch einer Reihe von Rot- und Schwarzmilanen, Graureihern sowie gelegentlich Krähen und Jungfüchsen als Nahrungsquelle.  

Weniger Glück hatten unsere Graugänse. Wie 2009, haben auch heuer wieder 5 Brutpaare genistet, 3 davon waren auf der mittleren und westlichen Insel gut auf ihren Nestern sitzend zu beobachten. Ihr Schlüpferfolg war groß: Insgesamt 32 Gössel schwammen am 2. Mai mit ihren Müttern auf dem Weiher – letztes Jahr waren es maximal nur 19 gewesen. Aber bei dem Dauerregen und den Kühlschrank-Temperaturen sank ihre Anzahl rasch ab – am 24. Mai lebten nur noch 2, und als auch die verschwunden waren, zogen die Altgänse weg. Da sie während der Mauser flugunfähig werden, wechseln sie ihr Gefieder lieber auf großen Gewässern wie dem Olsenweiher oder dem Bodensee. Aber seit dem 26. Juni haben wir wieder Gänse – zunächst waren es 5, nun sind schon über 10 zurück, und so hoffen wir mit ihnen auf ein besseres Brutjahr 2011.  

Weitere Besonderheiten aus dem bisherigen Jahresverlauf: Am 14. März eine neue Vogelart – ein Mittelspecht, im Mai/Juni ein brutverdächtiges Paar der Schafstelze, die letztmals 1974 im Gebiet gebrütet hat, und am 9. Juni der Fund von 2 Nestern der Zwergmaus, deren Nachweis schon lange erwartet wurde. Und auch unsere prächtigen Schwarzkehlchen sind wieder gut vertreten – mit 3 Brutpaaren, und ein Paar hat sich auch schon am frisch angelegten Seelfinger Weiher angesiedelt. Alle 3 heuer neu angelegten Weiher – bei Seelfingen, am Eggenweiler Hof bei Frickenweiler sowie am Aubach bei Frickingen – sind inzwischen so eingegrünt, dass man glaubt, sie wären schon vor Jahren eingerichtet worden.  

Seit dem 20. März arbeitet das Film-Team vom BR fleißig an der Produktion „Biotopverbund Bodensee: jeder Gemeinde ihr eigenes Biotop“, die 2011 an einem Samstagabend um Ostern in der Reihe „Natur Exclusiv“ ausgestrahlt werden und vieles vom Sielmann-Weiher und anderen Teilen des Biotopverbundes aus der diesjährigen Saison zeigen wird. Das Team ist insgesamt 6mal eine Woche in der Region tätig – März, April, Juni und Juli sind „im Kasten“, und später folgen noch September und Oktober. Und wir können uns auf einen spannenden Filmabend freuen.

Peter Berthold

Im Bild noch ein Nachtrag von der Elektrobefischung am 14.9.2009: der 103 cm  lange und 6,8 kg schwere Rekord-Hecht in den Händen von  Herrn Simon Phillipson; Aufnahme: Hans Krumrei.
Im Bild noch ein Nachtrag von der Elektrobefischung am 14.9.2009: der 103 cm
lange und 6,8 kg schwere Rekord-Hecht in den Händen von
Herrn Simon Phillipson; Aufnahme: Hans Krumrei.

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