Gemeinderat

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (34)

Februar 2010. Ein sehr erfreuliches Jahr unseres Weihergebietes mit vielen neuen Beobachtungen liegt hinter uns, ein recht ereignisreiches vor uns - Grund genug für den traditionellen Rück- und Ausblick...

Beginnen wir mit den augenfälligen gefiederten Gästen. Das Jahr 2009 hat uns nicht weniger als 9 neue, also erstmals im Gebiet beobachtete Vogelarten beschert: Schwarzhalstaucher, Nachtreiher, Saatgans, Moorente, Tüpfelsumpfhuhn, Flussuferläufer, Zwergohreule, Pirol und Blaukehlchen (s. auch die vorangehenden Berichte). Damit ist die Anzahl der im Weihergebiet festgestellten Arten seit Einrichtung des Sielmann-Weihers im Vergleich zu den 30 davor liegenden Beobachtungsjahren von 115 auf 165 angestiegen, also um 50 Arten oder 43 %. Das ist höchst erfreulich, und noch mehr die Feststellung, dass sich im Gebiet 10 neue Brutvogelarten angesiedelt haben, über die immer wieder berichtet wurde. Die meisten davon wie Graureiher, Weißstorch, Graugans, Milane, Rallen und Schwarzkehlchen haben auch 2009 wieder im Weihergebiet oder –umfeld gebrütet. Besonders auffallend waren die Graugänse, die mit 5 Brutpaaren 19 Junge aufzogen. Wie sich die Qualität des Biotops laufend verbessert, zeigen die Summen der in den letzten 6 Jahren insgesamt beobachteten und der jährlich brütenden Arten, die 55, 105, 104, 110, 119 und 126 sowie 39, 44, 57, 62, 65 und 70 betragen und somit fast kontinuierlich angestiegen sind.  

Nicht nur der Sielmann-Weiher macht gute Fortschritte in Richtung Biotopqualität und Artenvielfalt, sondern auch der Biotopverbund Bodensee insgesamt. Soeben ist ein neuer Weiher bei Seelfingen entstanden, ein weiterer wird gerade beim Eggenweiler Hof bei Frickenweiler ausgehoben, und ein ganzes Habitatmosaik mit Weiher, Tümpeln, Blumenwiesen u. a. entsteht z. Z. bei Frickingen.  

Über die ersten 5 Jahre Biotopverbund Bodensee und besonders den Heinz-Sielmann-Weiher wird im April-Heft von „Der Falke“ eine populärwissenschaftliche Arbeit erscheinen, die für Interessenten über die Ortsverwaltung zur Verfügung stehen wird. Diese Publikation ist Frau Inge Sielmann zum 80. Geburtstag gewidmet, den sie am 28. April begehen wird. In dieser Arbeit wird auch summarisch über die Entwicklung anderer Tiergruppen sowie von Pflanzen berichtet.  

Ein höchst aufschlussreiches Ereignis war eine Bestandsaufnahme von Fischen, die am 14. September 2009 von Herrn Simon Phillipson mittels Elektrobefischung durchgeführt wurde. Die genommenen Stichproben, die nach Zählung und Größenklassen-Abschätzung sofort wieder in den Weiher entlassen wurden, erbrachten 715 Individuen von 6 Arten. Entnommen wurden 18 große Hechte, die im Mittel 76 cm maßen und bereits im Frühsommer beim Fressen von Entenküken beobachtet worden waren. Der größte Hecht war 103 cm lang und wog 6,8 kg. Jetzt haben die jungen Wasservögel und Kleinfische wieder einige Jahre Ruhe, bis die verbliebenen Junghechte zu ähnlicher Größe herangewachsen sein werden.  

Ab Mitte März wird etwa ein Jahr lang alle paar Wochen ein Team von Fernsehfilm-Produzenten im Weihergebiet arbeiten. Sie fertigen für die Reihe „Natur Exclusiv“ einen Film für das Samstagabendprogramm mit dem Titel „Biotopverbund Bodensee: Jeder Gemeinde ihr eigenes Biotop“, der 2011 ausgestrahlt werden und sich hauptsächlich unserem Sielmann-Weiher widmen wird – ein guter Aspekt für den Stellenwert unserer Gemeinde im kommenden Bundeswettbewerb.

Peter Berthold

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