Gemeinderat

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Di., 16.10.2018

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (33)

Juli – die Tage werden schon wieder kürzer – allerhöchste Zeit für eine Zwischenbilanz vom Sielmann-Weiher-Jahr 2009. Um es gleich vorweg zu nehmen: wiederum ein gutes Jahr, voller Leben und mit vielen neuen Beobachtungen...

Zunächst zwei interessante Nachträge zum letzten Jahr. Manfred Sindt, der zusammen mit Frank Nowotne die wirbellosen Tiere im Weihergebiet erfasst (s. Bericht Nr. 31), hat am 1. September 2008 eine weitere neue Vogelart festgestellt, nämlich das Kleine Sumpfhuhn – eine seltene Rallenart. Uns gelang am 5. April dieses Jahres Fang und Beringung einer weiteren Rallenart – nämlich eines Tüpfelsumpfhuhns. Damit sind mit Bläß- und Teichhuhn, Wasserralle, Wachtelkönig  und den beiden genannten inzwischen 6 Rallenarten im Weihergebiet nachgewiesen. Von Achim Nagel wurde für 2008 noch ein Dunkler Wasserläufer gemeldet, so dass die Artensumme mit dem vergangenen Jahr auf insgesamt 157 ansteigt. Und für heuer kommen – um bei den Vögeln zu bleiben – bisher 4 weitere neue Arten hinzu: außer dem oben genannten Tüpfelsumpfhuhn am 3. April eine Saatgans – die nächste Verwandte zu unserer Graugans, am 6. April ein Blaukehlchen, das ebenfalls beringt werden konnte, sowie im Mai der Nachtreiher, den Detlef Koch aus Owingen feststellte. Damit sind im Raum Billafingen bisher 161 Vogelarten beobachtet worden. Detlef Koch gelang auch Ende Mai der Nachweis von 5 Bienenfressern, die früher einmal im Gegez gebrütet haben (1982, 2 Brutpaare, mit insgesamt 9 Jungen).

Foto: A. v. Berge Henegouwen, Limosa 81: 139, 2008
Foto: A. v. Berge Henegouwen, Limosa 81: 139, 2008

Von den Brutvögeln fallen heuer besonders die Gänse auf. Insgesamt 5 Grauganspaare haben zusammen mindestens 19 Jungvögel erbrütet, wovon die ältesten schon fast ausgewachsen sind. Die Gänse haben sich so gut an die Gegebenheiten im Weiherbereich gewöhnt, dass sie mit ihren Jungen z. T. bis zur Kreisstraße wandern, um an den Wegrändern zu weiden. Wenn die Gänsepopulation weiter anwächst (Abbildung), wird sie auch neuen Lebensraum benötigen – und dafür ist vorgesorgt. Im kommenden Winter sollen im Rahmen von Sielmanns „Biotopverbund Bodensee“ neue Weiher bei Seelfingen und beim Eggenweiler Hof angelegt werden, die dann eine Kette bilden werden bis hin zum renaturierten und erweiterten Eisweiher bei Stockach.  

Die Gänse haben das Hagelunwetter am 11. Mai offenbar alle gut überlebt, während von den 3 am 25. April geschlüpften Jungstörchen einer dabei umgekommen ist. Die anderen beiden entwickeln sich bei regelmäßiger Zufütterung prächtig und müssten bis zum Erscheinen dieses Berichtes ausgeflogen sein. Dem Verhalten nach sind die Altstörche die altvertrauten vom letzten Jahr, was inzwischen Frank Portala durch seine erneute Ringablesung bestätigt hat.  

Weitere bemerkenswerte weil relativ seltene Arten, die heuer im Weiherbereich brüten, sind je ein Paar Baumfalken, Grauspechte, Schwarzkehlchen und Dorngrasmücken und wohl 2 Paare Feldschwirle sowie 1 Paar Turteltauben. Bei den Wirbellosen sind inzwischen 27 der rund 80 mitteleuropäischen Libellenarten am Sielmann-Weiher beobachtet worden, von den Tagfaltern 18 Arten, wobei in diesem Jahr die Distelfalter-Invasion aus dem Mittelmeerraum auch unser Weihergebiet mit Tausenden von Individuen bereichert hat.  

Für September steht uns eine besondere Aktion ins Haus: eine Elektro- und Netzbefischung zur Kontrolle des Fischbestandes und zur Entnahme großer Hechte. Darüber wird später berichtet werden.  

Gänse, Gänse, Gänse ... eine Gruppe von über 60 alten und jungen Graugänsen in Zoetermeer, Holland. Bevor es am Sielmann-Weiher so aussehen könnte, werden Gänsegruppen an weitere neue Weiher abwandern.

Peter Berthold

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