Gemeinderat

Die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung findet im Bürgersaal des Rathauses Owingen statt

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Di., 10.07.2018

18:30 Uhr

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (32)

Während in dieser Winterzeit eine außergewöhnliche Wärmeperiode in Australien viele Hitze-Tote dahinrafft, hält Väterchen Frost unseren Weiher ungewöhnlich lange im Griff – beides vorausgesagte Eskapaden im Rahmen zunehmender Turbulenzen der globalen Klimaveränderungen...

Bis neues Leben im Weiher einkehrt, bleibt für uns Zeit für einen Rückblick auf das vergangene Jahr 2008.  

Für den Sielmann-Weiher war es ein gutes Jahr mit weiterhin erfreulicher positiver Entwicklung. Zunächst zu den Vögeln. Mit Gänsesäger und Seidenreiher sind 2 neue Arten hinzugekommen, und damit steht die Artenliste für Billafingen und Umgebung derzeit bei 155 im Vergleich zu 115 vor Einrichtung des Weihers. Der Anstieg seit der Flutung 2004 beträgt somit 35 %. 2008 konnten im Weiherbereich 119 Vogelarten beobachtet werden (2007: 110), wovon 65 gebrütet haben (2007: 62). Als ganz neue Brutvogelarten kamen der Weißstorch (Nr. 10) und in der Nähe des Weihers der Rotmilan (Nr. 11) hinzu, und die sich prächtig entwickelnden Hecken haben endlich wieder Dorn- und Klappergrasmücke zum Brüten eingeladen (erstere erstmals wieder seit 1973, letztere seit 1988). Weitere besondere Beobachtungen waren ein Merlinfalke im Januar (D. Koch, Owingen), 45 Kraniche im März, ferner Schwarzstorch, Rohrweihe, Kiebitz, Raubwürger, Drosselrohrsänger, Trauerschnäpper, Wintergoldhähnchen und vielfach Eisvögel. Von den Brutvögeln sind neben Teich- und Blässhuhn, Stockente und Wasserralle v. a. das Grauganspaar zu nennen, das wie im Vorjahr wieder 6 Junge aufzog, sowie je ein Paar Feldschwirle und Schwarzkehlchen, 2 Paare Schwarzmilane und je reichlich 10 Paare Sumpf- und Teichrohrsänger. Graugänse haben am Weiher deutlich zugenommen – der größte bisher beobachtete Trupp umfasste 31 Individuen. Sie warten darauf, dass der Weiher endlich auftaut – bereits am 1. und 25. Januar haben sie Erkundungsflüge über dem Weihergebiet ausgeführt.  

Von den Säugetieren sind neben der Bisam-Familie v. a. Iltis und ein Hermelin zu nennen, das im Frühsommer mindestens 3 Junge führte, sowie bis maximal 3 Feldhasen, die gemeinsam in der Westwiese grasten. 2008 konnte auch wieder eine Mooreidechse (an der Aussichtsplattform) beobachtet werden. Der Fischbesatz wurde um 200 Bitterlinge bereichert, so dass jetzt im Weiher und in den Gräben 13 Fischarten leben. Auf Wirbellose braucht hier nicht eingegangen zu werden – das ist erst im Bericht 31 geschehen. Aber die Blütenpflanzen verdienen noch Beachtung: Ihre Artenzahl ist von etwa 220 im Jahre 2006 über rund 300 2007 auf 340 2008 angestiegen, darunter Seltenheiten wie Schwalbenwurzenzian, Sumpfstendelwurz und Wohlriechender Lauch. Über sie und über die Vogelwelt werden ab dem Frühjahr zwei neue Tafeln der Sielmann-Stiftung Auskunft geben.  

Zum Schluss zwei Hinweise: Hinter der westlichen Flachwassermulde ist ein zweiter Storchenhorst aufgestellt worden, der hoffentlich bald beflogen wird. Und wer derzeit Trupps starengroßer Vögel beobachtet, sollte genauer hinschauen: Es handelt sich meist um Seidenschwänze, deren neuerliche Invasion aus dem Nordosten auch den Bodenseeraum einschließlich Billafingen massiv erreicht hat.  

Peter Berthold

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