Gemeinderat

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Di., 10.07.2018

18:30 Uhr

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (31)

Der Spätherbst zieht ins Land, und damit wird es auch an unserem Weiher stiller. Der Pflanzenteppich aus Wasserhahnenfuß, Seerosen, Laichkraut u. a. ist abgestorben und die spiegelglatte Wasserfläche erscheint wie frisch poliert...

Die leuchtenden Farben der Ufer-, Gebüsch- und Sumpfwiesenvegetation gehen mehr und mehr in Braun über, und nicht nur das bunte Treiben der vielen Vögel lässt nach, sondern auch das Heer der Insekten ist bis auf wenige Nachzügler zur Winterruhe gegangen. Diese und andere Kleintiere sollen heute etwas näher beleuchtet werden.  

Während sich Vögel und Säugetiere, aber auch Amphibien und Reptilien in einem Gebiet wie dem Sielmann-Weiher und seiner Umgebung relativ leicht erfassen lassen, so dass laufend darüber berichtet werden kann, ist dies bei den Wirbellosen, also Insekten, Spinnen, Schnecken usw. weitaus schwieriger. Sie leben zum einen z. T. recht versteckt oder tauchen nur für kurze Zeit im Jahr auf oder sind zum anderen oft nur von Speziallisten zu bestimmen, ohne ihnen dabei zu schaden. Da sie z. T. sehr artenreich, inzwischen leider vielfach auch hochgradig gefährdet sind, ist ihre Bedeutung für die Qualität eines Schutzgebietes oft besonders groß. Deshalb werden ausgewählte Gruppen – nämlich Schmetterlinge – v. a. Tagfalter, Libellen, Heuschrecken, Spinnen, Käfer – v. a. Laufkäfer – sowie Land- und Wasserschnecken von Juli 2008-April 2010 in unserem Weihergebiet näher untersucht.  

Der eine oder andere hat im Spätsommer sicherlich Besucher im Weiherbereich mit Schmetterlingsnetz arbeiten sehen – dabei handelt es sich um die Herren Frank Nowotne, Dipl.-Geologe und Ökologe vom „SeeConcept“ sowie seinen Mitarbeiten Manfred Sindt, die Kleinschmetterlinge zum bestimmen kurz einfangen und unverzüglich wieder freilassen. Erfreulicherweise hat mir die Otto Wolff-Stiftung (in Köln) für die Erfassung der Wirbellosen im Weihergebiet durch Spezialisten 7.500 € zur Verfügung gestellt, so dass eine gründliche längerfristige Studie ermöglicht wird. Schon nach den ersten Untersuchungsmonaten zeichnen sich interessante Ergebnisse ab.  

Vielen Besuchern des Weihergebietes fällt in den Sommermonaten der Reichtum an Schmetterlingen auf, die die Blüten-Oase mit über 300 blühenden Pflanzenarten als neues Paradies entdeckt haben. Dort sieht man von den über 150 Tagfalter-Arten Mitteleuropas nicht nur regelmäßig Admiral, Distel- und Heufalter, Kleinen Fuchs und Tagpfauenauge, sondern auch Aurorafalter, Kaisermantel, Schachbrett und Schwalbenschwanz. Neben dem Kleinen Eisvogel (2007) brachte die spezielle Studie nun Nachweise für weitere Raritäten und Arten der Roten Liste, nämlich für Postillion, Senfweißling und Waldbläuling.  

Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Libellen, die im Weihergebiet sehr häufig und z. T. recht auffällig sind wie v. a. Prachtlibellen, Plattbauch oder die großen Mosaikjungfern. Von den rund 80 in Mitteleuropa lebenden Arten brachte die Studie bereits Nachweise für 6 seltene und gefährdete Arten, nämlich Gefleckte und Sumpf-Heidelibelle, Kleine Prachtlibelle, Zweigestreifte Quelljungfer sowie die im Zuge der Klimaerwärmung aus dem Mittelmeerraum zunehmend einwandernden Arten Feuerlibelle – die durch ihr leuchtendes Rot auffällt – sowie den Südlichen Blaupfeil. Und schließlich seien von den rund 150 in Mitteleuropa lebenden Heuschreckenarten noch die geglückten Nachweise der seltenen Formen Sumpfgrashüpfer und Sumpfschrecke genannt. Alles in allem eine erfreuliche Entwicklung, die wir mit Spannung weiter verfolgen werden.  

Letzte Meldung aus der Vogelwelt: Mindestens seit dem 15. November hat sich im Weihergebiet wieder ein Raubwürger eingestellt – hoffentlich längerfristig als Wintergast.

Peter Berthold

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