Gemeinderat

Die nächste öffentliche Gemeinderatssitzung findet im Bürgersaal des Rathauses Owingen statt

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Di., 16.10.2018

18:30 Uhr

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (30)

Ende gut – alles gut: Unsere Billafinger Störche haben es geschafft – sie haben drei prächtige Junge aufgezogen, die nun ins Winterquartier abgezogen sind. Hier kurz in Stichworten der gesamte Brutablauf:

Einzug des Burtpaars in unser Tal Ende Februar, Horstbesetzung Anfang März, Eiablage Ende März, Schlupf der Jungen um den 27. April, erstes Ausfliegen der Jungstörche am 30. Juni. Gegen 15 Uhr waren 2 Junge gestartet, um 17:30 hob das 3. ab. Alle 3 ließen sich von Aufwinden hoch hinauftragen, landeten dann in einer gemähten Wiese unterhalb des Frickhofes und abends wieder sicher auf dem Horst zum Übernachten. Bis Mitte Juli blieb die Storchenfamilie ganztags im Talbereich zwischen Owingen und Seelfingen, dann führten Tagesausflüge zum Andelshofer Weiher und auch weiter, abends jedoch Rückkehr der Jungen zum Horst. Ab 29. Juli bevölkerten 16 Störche die Wiesen bei der Kläranlage, aber die 11 Durchzügler konnten unsere Jungstörche noch nicht „mitreißen“. Aber am 7. August war es dann soweit: Gegen 13 Uhr schraubten sich unsere 3 Jungstörche zusammen mit einem Durchzügler bis weit über die oberen Talränder hinauf und verschwanden dann in ihre typische Zugrichtung, also nach SW, die etwa über Stockach, Basel, die Burgundische Pforte Richtung Spanien und eventuell bis Nordwest-Afrika führt. An ihrem ersten Tag dürften sie noch rund 50-100 km weit gezogen sein. Zurückgeblieben sind die beiden Brutvögel, die uns – wie für Störche und viele andere Vogelarten typisch – erst einige Zeit nach den Jungen nach (weitgehendem) Abschluss ihrer Mauser verlassen werden.  

Für uns wird es nach erfolgreichem Abzug der Jungstörche wieder deutlich ruhiger: Seit 20. März werden die Störche von uns tagtäglich mit Küken zugefüttert – bis Ende Juni 3 x täglich, danach morgens und abends, und z. Z. nur noch morgens. Insgesamt haben sie etwa 15000 Eintagsküken erhalten – das sind rund 600 kg. Von der Fütterung profitiert haben auch 2 Paare Schwarzmilane mit ihrem Nachwuchs, 1 Rotmilan-Familie, ca. 5 Graureiher sowie Rabenkrähen, gelegentlich ein Jungfuchs und sicherlich auch Marder, Hermeline u. a.  

Inzwischen ist es auch gelungen, die Ringe der Altstörche mit Fernrohren abzulesen. Zunächst konnte sie der Vogelkundler Frank Portala (Überlingen und Schweiz) identifizieren, und wir konnten die Ablesung später bestätigen. Damit steht fest: Das Männchen stammt aus Basel und wurde dort am 7. Juni 2005 nestjung von Ernst Fischer beringt. Das Weibchen kommt aus Oggelshausen am Federsee, wo es von Ute Reinhard am 15. Juni 2005 nestjung beringt wurde. Interessant ist, dass die Störchin schon zuvor abgelesen werden konnte, nämlich am 9. und 18. Juni sowie 20. August 2006 bei Entressen, Bouches-du-Rhône, Südfrankreich, wo sie offenbar vor der Brutreife übersommert hatte.  

Dieses Jahr wollten wir unsere erstmals im Billafinger Tal brütenden Störche so wenig wie möglich beunruhigen, damit sie hier richtig heimisch werden können. Wenn sie nächstes Jahr – hoffentlich – wieder brüten, dann wollen wir auch ihre Jungen beringen, um eventuell Aufschluss über deren Verbleib zu bekommen. Es ist doch schön, über die Ringe zu erfahren, wie sich ein Schwyzer Storchenmann und eine oberschwäbische Storchendame bei uns zu erfolgreicher Brut zusammengetan haben – geradezu empfehlenswert!  

Unsere Storchenfamilie am 3. August um 8 Uhr morgens an der Futterstelle an der westlichen Flachwassermulde. Eine letzte Familienidylle – 4 Tage später zogen die 3 Jungstörche nach SW in Richtung Winterquartier.

Peter Berthold

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