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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (26) - Einweihung

Samstag, 17.11.2007 Owinger Ortsnachrichten Billafinger Mitteilungen von Ortsvorsteher Karl Barth

Der Waldwasserläufer ist kenntlich an seiner dunklen marmorierten Ober- und der hellen Unterseite und vor allem an dem weißen Bürzel und Schwanz mit drei dunklen Endbinden.
Der Waldwasserläufer ist kenntlich an seiner dunklen marmorierten Ober- und der hellen Unterseite und vor allem an dem weißen Bürzel und Schwanz mit drei dunklen Endbinden.

Graue, nasskalte Novembertage bringen ruhige Zeiten ins Land – aber am Weiher ist es nach wie vor lebendig. Inzwischen dominieren wieder die Stockenten, von denen bisweilen über 100 die Wasserflächen und Ufer bevölkern, Bläß- und Teichhühner sowie Wasserrallen warten ab, ob sie einem richtigen Winter werden weichen müssen, Graureiher, Eisvogel und Zwergtaucher können immer noch Fische fangen, die sich nahe der Oberfläche aufhalten, und seit dem 3. November taucht auch unsere 8-köpfige Graugans-Familie wieder auf, die sich in den letzten Wochen rar gemacht hatte.  

Heute soll eine ornithologische Kostbarkeit näher vorgestellt werden, die man am Weiher jedes Jahr an einer Reihe von Tagen beobachten kann, der Waldwasserläufer. Er gehört zur Familie der Schnepfenvögel oder zur Gruppe der Strandläufer, Watvögel oder Limikolen (Schlamm-Bewohner), ist also ein Feuchtgebiets-Vogel, der Flachwasserbereiche braucht. Bei uns hält sich der schmucke, reichlich starengroße Vogel, der durch seine langen Flügel eher wie eine kleine Taube wirkt, an allen Uferbereichen des Weihers auf, ebenso an den Froschtümpeln, den Gräben und den drei Flachwassermulden. Am Ufer sitzend oder laufend wird man seiner schwerlich gewahr, aber im häufigen schnellen Flug fallen die ruffreudigen Vögel mit ihrer dunklen Oberseite und dem weiß leuchtenden Bürzel und Schwanzwurzelbereich sowie durch ihr flötendes „tlui it it it“ sofort auf.  

Waldwasserläufer haben ein großes Verbreitungsgebiet von Mitteleuropa bis Ost-Sibirien. Von den etwa ½ Mio Brutpaaren kommen in Deutschland jedoch nur etwa 1000 vor, die v. a. im Nordosten brüten. Die von uns aus nächsten Brutgebiete liegen in Ost-Bayern. Im Bodenseeraum in allen Monaten zu beobachtende Individuen sind Durchzügler, Überwinterer und Sommergäste. Auch im Rheindelta – dem Eldorado für Watvögel im Bodenseeraum – werden bei wöchentlichen Zählungen jährlich nur etwa 15-55, im Mittel ca. 25 Waldwasserläufer beobachtet. Damit sind die rund 10 Tage, an denen man meistens im März/April oder von Juni bis September Vögel dieser Art an unserem Weiher beobachten kann, sehr bemerkenswert. Oft tauchen mehrere Individuen gleichzeitig auf – im September dieses Jahres waren es 2, im August 2005 sogar 5.  

In ihren Brutgebieten bewohnen Waldwasserläufer baumbestandene Moore, Bruch- und Auwälder sowie waldbestandene Uferbereiche (daher der Name). Dort bauen die Vögel nicht etwa selbst Nester, sondern beziehen verlassene vorjährige Nester von Drosseln, gelegentlich auch von Tauben, Krähenvögeln oder Neuntötern. Diese übernommenen Nester werden im Gegensatz zum sich ähnlich verhaltenden verwandten Bruchwasserläufer nur wenig hergerichtet. Anders als beim Brutschmarotzer Kuckuck werden die meist 4 Eier ab April ca. 20 Tage lang jedoch selbst bebrütet. Nach mehrwöchiger Führungszeit, in der die ihre Nester früh verlassenden Jungen kleine wirbellose Tiere im Seichtwasser zu fangen lernen, setzt der Wegzug schon im Juni ein. Er führt dann oft nur über kurze Strecken bis etwa zu unserem Weiher, teilweise aber auch in Winterquartiere bis ins südliche Afrika.  

Weitere Watvogelarten, die bisher am Sielmann-Weiher beobachtet werden konnten, sind neben den Schnepfenvögeln Bekassine und Zwergschnepfe der Bruchwasserläufer, der oberseits viel heller ist und „chiff chiff“ ruft, der Grünschenkel, der um die Hälfte größer ist und im Ruf an einen Grünspecht erinnert sowie der Brachvogel, der noch größer ist und einen bogenförmigen Schnabel besitzt.

Peter Berthold

Feierliche Einweihung des "Sielmann-Weihers" 2005

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