Gemeinderat

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (24)

Samstag, 21. Juli 2007, Owinger Ortsnachrichten, Billafinger Mitteilungen von Ortsvorsteher Karl Barth

Kaum hat der Sommer Einzug gehalten, wird es am Weiher bereits stiller. Dank einer sehr frühen und erfolgreichen Brutperiode ist ein Großteil des Vogelgesangs schon verstummt, und die ersten Vögel sind gar schon teilweise abgezogen – das gilt v. a. für unsere Graugänse, die uns z. Z. nur noch besuchen kommen. Damit sind wir schon mitten in interessanten Verhaltensbeobachtungen, die sich heuer in großer Zahl machen ließen. Bleiben wir zunächst bei den Gänsen. Die beiden Grauganseltern haben es geschafft, alle sechs am 5. April geschlüpften Jungen aufzuziehen. Dafür war im Hinblick auf die vielen Fressfeinde, die Gänseküken erbeuten können, große Wachsamkeit erforderlich. Um zum sicheren Übernachten die kleineren, überschaubaren Inseln im Westen und in der Mitte des Weihers ganz für sich zu haben, hat der Ganter bald nach dem Schlupf der Jungen den damals anwesenden Schwan so lange bedroht und gebissen, bis der schließlich den Weiher verlassen hat. Marschierte die Familie im Gänsemarsch in die Wiese westlich vom Weiher zum Gras weiden, hielt der Ganter vom Weg aus das Gelände bis zum Aussichtssteg sowie zum kleinen Parkplatz am Häuptlehaus im Auge. Und zeigte sich insbesondere ein Hund, zog sich die Familie rasch in den Ringgraben zurück, bis die Gefahr vorüber war. Besonders um Mitte Mai fand man häufig Gänseflügelfedern auf dem Weg – ein untrügliches Zeichen für die Großgefiedermauser der Eltern. Damit fiel die kritische Zeit, in der die Altvögel vorübergehend flugunfähig sind, in die Periode, in der auch die Junggänse noch nicht fliegen konnten und damit Alt und Jung gleichzeitig an die Wasserfläche und die nähere Umgebung gebunden waren. Ab dem 5. Juni flog dann die Gänseschar lärmend im Weihergebiet – aber es waren nur sieben Vögel. Was war geschehen? War doch noch ein Jungvogel auf der Strecke geblieben? Nein – die Gänsemutter hinkte in der Mauser etwas hinterher und musste zunächst allein auf dem Weiher ausharren, bis sie schließlich ab Mitte Juni auch mitfliegen konnte. Um diese Zeit dehnten die Gänse dann ihre Ausflüge bis zum Andelshofer Weiher aus, wo sie vermutlich mit den dortigen Graugänsen zusammen überwintern werden, falls sie nicht strengem Frost auf den Bodensee oder weiter weg weichen müssen. Gänse rasten nach der Brutzeit gern auf größeren Gewässern wie dem Andelshofer Weiher. Aber unsere Familie zeigt immer noch starke Heimatbindung – fast täglich kommen unsere Gänse zum Weiden ins Billafinger Tal zurück. Wenn den Eltern nichts zustößt, können wir sie nächstes Jahr wieder als Brutvögel bei uns erwarten.
Seit Anfang Juni hat sich ein Storchenpaar im Billafinger Tal eingestellt, und man sieht die Vögel praktisch tagtäglich auf den Talwiesen sowie stundenlang auf dem Storchenhorst, wo sie manchmal sogar kopulieren. Warum so spät um diese Jahreszeit? Vermutlich handelt es sich um ein Brutpaar, das heuer wie viele andere an Pfingsten bei dem extrem schlechten Wetter etwa im Raum Salem seine Jungen verloren hat und sich nun hier in ein neues potentielles Brutrevier eingewöhnt. Hoffen wir, dass es den beiden bei uns so gut gefällt, dass sie nächstes Jahr hier Ernst machen – der Kindergarten könnte es brauchen!

Vielen ist aufgefallen: Auf dem Weiher gibt es dieses Jahr viele Blässhühner – rund zehn Paare, mit Nachwuchs, aber fast keine Enten. Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Die sehr aggressiven Bläßhühner haben die Stockenten so regelmäßig und heftig attackiert, dass sich die Männchen ganz verflüchtigt und die Weibchen mit ihren Jungenten in die Gräben zurückgezogen haben. Jetzt – gegen Ende der Brutzeit – werden die „Belchen“ friedlicher, und schon sieht man die ersten Entenfamilien mit bis gegen zehn fast ausgewachsenen Jungvögeln wieder auf dem Weiher. Zum Herbst und Winter hin werden die Stockenten dann wieder deutlich dominieren. Auch die kleineren Teichhühner trauen sich nun ab und an wieder auf die freie Wasserfläche, und die fast ausgewachsenen Jungen zeigen, dass auch sie wieder erfolgreich gebrütet haben. Auch zwei neue Vogelarten hat uns der Weiher seit dem letzten Bericht für unsere Region beschert: Am 20. Mai einen auf dem Durchzug rastenden, überaus laut „karre-karre kiet kiet“ singenden Drosselrohrsänger und ab dem 2. Juni mindestens eine Uferschwalbe, die vielleicht in der Umgebung brütet.
Viele haben auch gemerkt, dass der Weiher heuer gar nicht weiter mit Rohrkolben zugewachsen ist – im Gegenteil – üppige letztjährige Bestände sind abgestorben. Somit braucht ein eigens dafür angeschafftes Mähgerät z. Z. gar nicht eingesetzt zu werden. Über die Ursachen des Rohrkolben-Rückzugs mehr in einem späteren Bericht.

Peter Berthold

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