Gemeinderat

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Di., 10.07.2018

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (21)

Januar 2007 – Zeit für einen kurzen Rückblick auf das zweite Jahr Billafinger Weiher – 2006 – und für einen kurzen Ausblick.

Wie bereits im Gründungsjahr 2005, so hat sich der Weiher auch 2006 prächtig weiter entwickelt. Die Vegetation ist überall üppig geworden, und Hochstaudenfluren mit Steinklee, Wilder Möhre, Rainfarn, Malven, Natternkopf u. a. haben sich bis an die Wegränder hin entwickelt. Viele von ihnen samen z. Z. noch aus, so dass mit der kommenden Vegetationsperiode neue Jungpflanzen zahlreich entstehen werden.  

Insgesamt konnte man 2006 im Weiherbereich und dessen Umfeld rund 220 höhere Pflanzenarten beobachten, also Bäume, Sträucher, Stauden, Kräuter einschließlich Gräsern sowie drei Schachtelhalmarten und Sumpf-Farn – das sind fast 100 Arten mehr als 2005. Darunter sind viele seltene und vom Aussterben bedrohte Arten in z. T. prächtigen Beständen wie etwa Brauner Storchschnabel, Frosch- und Hühnerbiss, Konrade, Schwanenblume, Seekanne, Sommer-Knotenblume und Zungen-Hahnenfuss.  

Am meisten augenfällig war neben den vielen Amphibien, nämlich Tausenden von Gras- und Wasserfröschen sowie Erdkröten und Hunderten von Laubfröschen und Bergmolchen, natürlich wieder die für jedermann leicht zu beobachtende Vogelwelt. 2006 sind im Weiherbereich insgesamt 104 Vogelarten registriert worden – 7 davon im Billafinger Raum zum ersten Mal (Graugans, Mandarin-, Schnatter-, Pfeif- und Kolbenente, Großer Brachvogel und Ringdrossel). 57 Arten haben im Weiherbereich und Umland gebrütet, und 47 Arten sind als Durchzügler oder Gäste aufgetaucht. Mit den 7 erstmals beobachteten Arten – v. a. Wasservögeln – hat sich die Anzahl der im Billafinger Gebiet überhaupt festgestellten Arten nun auf 145 erhöht. Unter den Brutvögeln waren – wie schon früher berichtet – die „Stars“ Kolbenente, Teichhuhn, Teichrohrsänger (alle drei Arten erstmals brütend) sowie Grauspecht, Sumpfrohrsänger, Rohrammer und Schwarzkehlchen (zwei Paare). Auch die Vogelansammlungen waren beeindruckend – bis zur leichten Vereisung nach Mitte Dezember konnte man an vielen Tagen über 50 Stockenten auf der Wasserfläche sehen, die bei der extrem milden Witterung bis nach Mitte Dezember eifrig balzten. 

Am 9.11. wurden in den Weiher 366 Teichmuscheln eingebracht. Diese „Filtrierer“ verbessern nicht nur die Wasserqualität, sondern bereiten v. a. den Einsatz von Bitterlingen vor – einer kleinen seltenen Fischart, die ihre Eier mit einer Legeröhre in Muscheln ablaicht.  

Auch 2006 wurden die Biotope um den Weiher durch eine Reihe ergänzender Maßnahmen weiter aufgewertet: eine Flachwassermulde im Westen, eine Schilf- und Riedfläche im Osten, einige neue Gräben, einen Storchenhorst sowie einen erstklassigen Hochstand, errichtet durch Freunde aus der Jägerschaft (Bericht 15) sowie viele Nachpflanzungen.  

Nachhaltige Wirkung hat auch die Anfang August durchgeführte Mahd von Rohrkolben gezeigt: Große freie Wasserflächen ermöglichen vom Beobachtungsstand freien Durchblick bis zu den gegenüberliegenden Ufern. Damit große Teile der Weiherfläche auch künftig offen gehalten werden können, ist ein spezielles Mähgerät in Auftrag gegeben worden.  

Biotopverbesserungen und Pflegemaßnahmen beliefen sich in 2006 auf insgesamt 22576 €, die wieder aus Mitteln meines Tätigkeitsbereichs aufgebracht werden konnten.  

Was steht für 2007 an? Nochmals eine größere Nachpflanzungsaktion von Sträuchern und selteneren Stauden, in Planung sind neue Schautafeln mit Vögeln und Pflanzen, und im östlichen Uferbereich des Weihers wird die dort befindliche Flachwassermulde etwas vergrößert werden (wofür der Ortschaftsrat schon seine Zustimmung gegeben hat). Diese Mulde beherbergt regelmäßig ganz besonders seltene Gäste: Waldwasserläufer, Bekassine und v. a. die im Nordosten Europas brütende Zwergschnepfe, die früher bisweilen am Kaisergraben Wintergast war und von der sich nun wieder häufig einige in der störungsfreien Mulde aufhalten.  

Erfreulich war, dass der inzwischen überaus beliebte Weiherbiotop 2006 sehr schonend behandelt wurde. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Wegegebote befolgt und ist auf Pflanzen und Tiere Rücksicht genommen worden – so möge es auch heuer wieder sein!

Peter Berthold

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