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Fasnet 2008
Sturm auf das Rathaus mit Amtsenthebung des Bürgermeisters am Schmotzige Dunnschtig 2008
Traditionell haben auch dieses Jahr die Narren die Kindergartenkinder und Schüler am Schmotzige Dunnschtig befreit, bevor das Rathaus gestürmt wurde, um die Rathausbelegschaft ebenfalls zu befreien und den Bürgermeister seines Amtes zu entheben. Passend zum von der Narrenzunft vorgegebenen Motto "Bettgeflüster" hatte sich die Belegschaft samt ihrem Chef in den Rathaussaal zurückgezogen und es sich dort in einem nostalgischen Bett und mit vielen Kissen und Decken gemütlich gemacht. So wartete man bei Kerzenschein auf den Einmarsch der Narren:
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Begrüßung der Narren durch Bürgermeister Günther Former:
Ich grüße Euch, Ihr Narren alle,
und will Euch sagen in diesem Falle,
dass Ihr wie jedes Jahr willkommen seid,
wenn Ihr uns von unserer täglichen Last befreit.
Ihr seid gekommen von Nah und Fern,
die Ämter übertragen wir Euch gern,
dann könnt Ihr mal sehen, wie schwierig es ist,
wenn Du von so vielen Narren der Bürgermeister bist!
Herzlich willkommen die Nebelspalter mit Streckschere und Rätschen,
seid auch gegrüßt Ihr neu gegründeten Hexen!
Hier vermischt sich Tradition mit Neuem,
dazu wünschen wir Euch gutes Gedeihen.
Wer mit Mut und Elan sich engagiert,
das Alte bewahrt und trotzdem was Neues probiert,
mit Herz und Verstand ist bei der Sache,
ein gutes Beispiel, das ist doch Klasse!
Macht weiter so, das wollen wir hoffen,
wer so handelt, dem steht die ganze Welt doch offen!
Wir freuen uns auch, dass die Musik ist da,
mit Täterä und Humptata!
Die Einhörner aus dem Urstromtal
sind gekommen zu uns in den Saal
und herabgestiegen von des Linzgaus Höh’n
sind auch die Bodmer Trole und die Taisersdorfer Steinböcke zu seh’n.
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Und Ihr Narren wollt jetzt uns unserer Ämter entheben,
da werdet Ihr noch Euer blaues Wunder erleben.
Ihr wisst ja gar nicht was ihr angerichtet habt für’n Schaden,
dass Ihr habt aufgeweckt den ganzen Laden.
Im Traum und Schlafe tun wir hier regieren,
ich weiß, dass kann anderen nicht passieren,
aber was wir hier im Schlafe alles so machen,
das kriegen andre niemals hin im Wachen!
Im Traum haben wir die neue Ortsmitte geplant
und der Wasserleitung einen neuen Weg gebahnt,
traumhaft schön der neue Kirchplatz wird werden,
und erst die Seniorenanlage – die schönste auf Erden!
In tiefem Schlummer wir die Finanzen verteilen,
hierbei sollte man sich keinesfalls beeilen,
Mehnewang und Henkerberg haben wir ausgebaut,
und nebenher schnarchen wir dabei ganz laut! |
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Und jetzt kommt ihr Narren und habt uns geweckt,
und das widerfährt uns mit großem Schreck!
Habt Ihr Euch mal darüber Gedanken gemacht,
was denn passiert, wenn wir sind mal wach?
Wir sind ja im Schlafe schon nicht zu toppen,
und jetzt wollt Ihr uns unsere Ämter entlocken?
Ich habe Euch eine kleine Hilfe mitgebracht,
damit man nachher nicht über Euch lacht,
das Geheimnis unseres Erfolges ist in dieser Schatulle verborgen,
bin gespannt, wie Ihr Euch die denn wollt besorgen!
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Uli Pfeifer von der "Bodmer Trole" setzte dann den Bürgermeister ab und übernahm den Rathausschlüssel für die närrischen Tage. Bürgermeister Former überreichte ihm die goldene Schatulle, gefüllt mit dem "Geheimnis unseres Erfolges": viele Schlaftabletten! |
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Auch Frau Holle hatte so einiges aus dem "Nähkästchen zu plaudern". Hier ein Auszug:
Ich bin Frau Holle, die in den Wolken wohnt,
wer fleißig ist, wird von mir mit Gold belohnt,
auf die Faulen regnet Pech hernieder,
Ihr erkennt sie an den schwarzen Haaren wieder!
Ich schüttel fleißig die Betten aus,
viel Gscheites kommt dabei nicht heraus!
Da kann ich noch so viel schütteln und klopfen,
verloren sind hier Malz und Hopfen!
Viel schlimmer ist noch – ich kann von oben auf die Erde blicken,
und was ich da seh, ist nicht immer zu meinem Verzücken.
Heut isch die Welt doch arg verkehrt,
nix isch me do, wo’s hingehört!
Halloween statt Rübengeister,
des isch doch alles Scheibenkleister!
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| Laternenlieder am Nikolaustag,
an Weihnachten man lieber ins Warme fahrt,
an Ostern dann Schnee statt Osterglocken,
mit nix kasch Leut me hinterm Ofe vorlocke.
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Wenn’d Haas Andrea beim Hoorschniede mol nint me schwätzt,
und de Keller Herbert sich beim Schaffe verletzt,
Wenn’d Hoheisel Martina mol im Kinderhaus anwesend isch
und Du selber zu Deinem Erzfeind freundlich bisch,
denn isch – oh ewige Glückseligkeit –
endlich die 5. Jahreszeit!
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Wenn d’Angela Gorber beim Konzert mol en Rock danne hot,
Frau Berg i de Kirche mol klei weng schneller schwätzt, wie dass ses halt tot, ... |
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Wenn unser Hausmeister Klaus mal den Narrenmarsch grölt,
die Schulsekretärin sich nicht mehr mit Aloe einölt,
der Ortsvorsteher a. D. Endres denn macht e Diät
und de Längle Robert wieder zur Nackedei-Werkstatt-Party einlädt,
dann weiss man im Lande weit und breit :
e zisch die 5. Jahreszeit!
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Wenn der Hausmeister wieder Kalender vom letzten Jahr verteilt,
und sich Frau Strakerjahn über die Basketballer an der Sporthalle freut,
Wenn mein Schwoger mol wieder Öl statt Benzin i’d Motorsäge laufe lot,
und mol wieder jemand mit em nicht unterschriebenem Reisepass am Flughafe stoht,
wenn die neue Musikuniform allene uf Anhieb passt und sitzt,
und de Fahrlehrer nicht nur für den Straßenverkehr zuständig ist,
dann, sag ich Euch, Ihr lieben Leut,
jetzt isch die 5. Jahreszeit!
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Auch die Hexen, die seit diesem Jahr "e.V." sind, hatten so von einigen Mißständen in der Gemeinde zu berichten, wie z. B. die Höhe der Wassergebühren, die neue Küche im Kinderhaus St. Nikolaus und von den Umwegen bzw. Abkürzungen des Bürgermeisters beim 1. Owinger Nachtlauf |
Nachdem alle "Formalitäten" abgehandelt waren, lud die Verwaltung zu Vesper und Getränken ein. Das Bett wurde von vielen Narren gerne zu einem kleinen Päuschen genutzt! |
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Wir wünschen allen Närrinnen und Narren noch eine glückselige, "unfallfreie" Fasnet 2008!
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