Programm 2004 

WAFRÖ KOMMT

Kabarett mit dem Mundartphilosophen
Walter Fröhlich

Samstag, 20. März 2004, 20 Uhr 

"Neue Gerbe" Billafingen      

Als virtuoser Meister alemannischer Mundart brinqt er in der Rolle des weisen Hofnarren mit spitzer Feder provokant und unterhaltsam seine Hörer und Leser dazu, lachend über die Schwächen anderer und über die eigenen Fehler nachzudenken. Der Verfasser unzähliger heiterer und besinnlicher Geschichtle und Gedichtle, der Kerle, der so schreibt und schwätzt, wie mer hier schwätzt, der unnachahmliche Interpret seines Dialektes und seiner Dialektik, der poetische Inspirator und Akteur an Fasnacht, das musikalische Multitalent, der Journalist und Kabarettist, der menschenfreundliche Moralist und Humanist, Theologe und Christ, ist längst zu einem allseits geschätzten und schützenswerten Singener Kulturdenkmal geworden ...
(Text der Verleihungsurkunde zum Großen Singener Kulturpreis)
Rückblick
Gruppe BORSALINO - TANZ IN DEN MAI

Bekannte Oldies, gefühlvoller Blues und fetziger Rock - Live-Musik zum Abtanzen

Freitag, 30. April 2004, 20 Uhr

"Neue Gerbe"  Billafingen

.. die angesagte Band für Rock, Pop, Blues,     
Soul, Oldies, Live-Music aus fünf Jahrzehnten

Rocken Sie mit uns durch die Hexennacht in den schönen Maien!!

Der Transit der VENUS


Vortrag zum Venusdurchgang am 8. Juni
von Wolfgang Rauneker, Owingen

Freitag, 14. Mai 2004, 20 Uhr

Bürgersaal im Rathaus, Owingen           

Der Vorübergang der Venus vor der Sonnenscheibe ist ein solch seltenes astronomisches Ereignis, dass kein heute lebender Mensch es beobachtet hat. Nach dem Jahre 1882 findet nun wieder am 8. Juni 2004 dieses Naturschauspiel statt, dem Astronomen und Sternenfreunde in aller Welt entgegenfiebern.

Seit Johannes Kepler 1627 die ersten Transits für die Planeten Merkur und Venus voraussagte und der junge Halley 1677 erkannte, daß sich mit der genauen Beobachtung des mehrstündigen Vorübergangs der Venus vor der Sonnenscheibe die Astronomische Einheit, d.h. die Entfernung der Erde von der Sonne viel genauer berechnen lässt, beschäftigt dieses Phänomen die Astronomen. Die Beobachtungen und Expeditionen zum Venustransit von 1769 sind nicht nur Meilensteine der Astronomiegeschichte, sondern liefern auch Stoff für viele historische Anekdoten und spannende Geschichten.

Der Vortrag beleuchtet deswegen neben den physikalischen und astronomischen Fragen des Venusdurchgangs vor allem ein Stück europäischer Wissenschaftsgeschichte zu Beginn der Neuzeit.

BURKHARD VON HOHENFELS TRIO

Musik aus dem Barock

Burkhard von Hohenfels-Trio

Rückblick

Sonntag, 16. Mai 2004, 18 Uhr

Nikolauskapelle Owingen               

Das BvHT besteht seit dem Jahr 2000. Es nennt sich nach dem Minnesänger, der oberhalb Sipplingen auf Burg Hohenfels lebte. Das Trio spielt vorwiegend Blockflötensonaten der Barock- und Frühbarockzeit, wobei die Blockflöte von Cembalo und Viola da Gamba begleitet wird. Die drei Musiker, die auch in anderen Ensembles unterschiedlicher Besetzung spielen, sind durch einige Auftritte in der Region bekannt geworden.

Blockflöte: Gabriele Hess

Gabriele Hess lebt in Gaienhofen. Sie hat an der Musikhochschule Trossingen Blockflöte und Rhythmik studiert. Nach vielen Jahren Unterrichtstätigkeit an der Höri Musikschule unterrichtet sie jetzt an der Musikschule Radolfzell. Sie spielt auch in verschiedenen anderen Gruppierungen.

Cembalo: Ursula Magdalena Bendau

Frau Bendau lebt in Sipplingen. Sie studierte Cembalo an der Musikhochschule Detmold. Ursula Magdalena Bendau hat sich als gefragte Begleiterin vieler Musiker einen Namen gemacht.

Viola da Gamba: Hartmut Gerlach

Hartmut Gerlach wohnt in Owingen. Er ist begeisterter Hobbymusiker, spielt viel Consort Musik und ist seit Jahren festes Mitglied eines Singener Renaissance Spielkreises.

Literatur im Glashaus

Oswald Burger liest Kurt Tucholsky's
Liebesgeschichte
"Rheinsberg"


Schloss Rheinsberg

Samstag, 12. Juni 2004, 20 Uhr

Linzgau Baumschule, Hauptstraße            Owingen            

Claire und Wolfgang fliehen vor der Monotonie des Berliner Alltags mit der Eisenbahn ins märkische Rheinsberg. Sie besichtigen den malerischen Ort und das Schloss Friedrichs des Großen, machen eine Bootsfahrt und übernachten im Hotel. Sie necken, zanken, amüsieren und lieben sich.

In der deutschen Kaiserzeit lehnten zahlreiche Verlage das Manuskript wegen seiner angeblichen Frivolität ab. Kurt Tucholsky (1890-1935) verkaufte die Rechte für 125 Mark an den Verleger Axel Juncker. Das Buch erschien 1912 und wurde zu einem durchschlagenden Erfolg.

"Rheinsberg" ist auch eine heitere Parodie auf Theodor Fontanes "Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Vor allem aber ist es eine charmante, schalkhafte, federleichte, alberne und sentimentale Liebesgeschichte.

Rückblick
Frühschoppen mit den Jailhouse Jazzmen

Dixie, Swing und Weißwürste

Sonntag, 20. Juni 2004, 11 Uhr

Neue Gerbe Billafingen                  

Gespielt wird flotter Dixieland ; bewährter Swing ; traditioneller New Orleans Jazz. Die Besetzung lässt durchaus traditionelle Spielweise zu. Die Musiker bevorzugen von sich aus flotten Dixieland mit bekannten und auch weniger bekannten Titeln (z.B. Sweet Georgia Brown, I found a new baby, Helen Arlt) sowie swingende Jazzstandards (z.B. Undecided, Flat Foot Floogie, Mr. Sandman, Perdido) aus der Swing-Ära.

Referenzen:

1995 USA-Tournee nach New Orleans und Washington D.C. ; Auftritt im lokalen TV ; Ernennung zu Ehrenbürgern von New Orleans * 1997 Auftritt auf Musik-Festival in Chantilly / Frankreich * 1998 Tournee nach Namibia (Südwest-Afrika) ; 3 Konzerte in Windhoek und Okahandja * 1998 Tournee nach Berlin und Rügen; Auftritte u.a. beim Internationalen Bodensee Jazz-Band-Ball und Kemptener Jazz Frühling * TV-Auftritte beim SWR3 (BW) Hörfunkauftritt bei SWR4

Rückblick
Das Muss:  ULI BOETTCHER

mit seinem klassischen Solo
"Romeo und Julia"

 

Samstag, 3. Juli 2004, 20 Uhr

Neue Gerbe Billafingen             

Ein solistische Komödie sehr frei hinter Shakespeare Das wohl bekannteste Stück Shakespeares wird von Uli Boettcher einer Verjüngungskur unterzogen. Nebenschauplätze und -figuren fallen ebenso dem Rotstift zum Opfer wie allzu hehre Inhalte. Den Rest bewerkstelligt er ohne Mühe und mit viel Improvisation und Spaß. In oft sekundenschnellen Wechseln springt Boettcher von einer Figur in die nächste und obwohl er keinerlei Requisiten verwendet, ist doch nie unklar, wer da gerade spricht und agiert.

Aber der wohl besondere Reiz an diesem Abend ist, dass das Publikum nicht außen vor bleibt. Boettcher nimmt sämtliche Geschehnisse mit in sein Spiel auf, wodurch kein Abend wie der andere wird - manches mal entstehen dadurch auch ganz neue Interpretationen.
Freuen Sie sich in jedem Fall auf einen Theaterabend, der Ihnen den alten Stoff in ganz ungewohntem Schnitt zeigt!

Rückblick

 R ü c k b l i c k   2 0 0 4 

Die Highlights

Samstag, 20. März 2004

Kabarett mit dem Mundartphilosophen Walter Fröhlich

 
 
 
 

Sonntag, 16. Mai 2004, Nikolaus-Kapelle Owingen

Burkhard von Hohenfels-Trio

 

Aus dem SÜDKURIER:

Musik für einen kranken Freund

Benefizkonzert mit "Burkhard von Hohenfels-Trio" - Owinger Kapelle dicht besetzt
Der "Owinger Kulturkreis" hat in sein Veranstaltungsprogramm spontan ein Benefizkonzert mit dem "Burkhard von Hohenfels-Trio" aufgenommen. Der Erlös wird dem an Krebs erkrankten Jürgen Dallmeier aus Bonndorf zugute kommen.
Owingen - Jürgen Dallmeier ist auch in Owingen als Handwerker, Sportler, Musiker und liebenswerter Mensch bekannt. Er ist, wir berichteten schon darüber, an einem Gehirntumor erkrankt, der nur sehr schwer zu operieren ist. Die Operation in Kalifornien kostet nach den ersten Schätzungen rund 57 000 Euro. Dennoch gibt der Dallmeier-Freundeskreis nicht auf und organisierte schon mehrere Hilfsaktionen, um die Operation zu ermöglichen.
Dazu gehört auch das Owinger Benefizkonzert, das eine große Resonanz fand sodass in der Nikolauskapelle nur noch wenige Sitzplätze frei blieben.
Mit ihrem Besuch erfüllten sich die Gäste gleich zwei Wünsche. Sie spendierten auf der einen Seite einen Beitrag zu Dallmeiers Problem und konnten ein Konzert mit "Blockflötenmusik der Barockzeit" genießen, das selten so kompakt an- und dargeboten wird.
Mit Werken von Sammartini (1693 - 1751), Bach (1685 - 1759), Schenk (1656 - 1712), Telemann (1681 - 1767), Albinoni (1671 - 1751), Couperin (1671 - 1751) und Loeillet (1680 - 1730) und präzisem Vortrag, wobei die Sopranflöte oder die Altflöte (Gabriele Heß) je nach Titel dominierten, begeisterten die Musiker.
Aber auch bei "Suite a-moll" von J. Schenk bestimmte primär Hartmut Gerlach am "Viala da Gamba" den dreisätzigen Vortrag. Die Freunde der "Bach-Musik" konnten sich bei "Sonata a-moll" mit Ursula M. Bendau am Cembalo erfreuen.

Dieses Konzert war ein "Heber" der Owinger Kulturszene, was durch den zahlreichen Besuch dokumentiert wurde. Eine endgültige finanzielle Abrechnung liegt noch nicht vor. Kulturamtsleiterin Karin Ziegler will die Zahlen bekannt geben, wenn sie definitiv gesamtheitlich vorliegen, weil auch der Musikverein eine Aktion in diese Richtung gestartet hat.

Über den Gesamterlös werden wir noch berichten.

Text und Photos: Norbert Zysk
 

 

Samstag, 12. Juni 2004

RHEINSBERG - Literarischer Abend mit Musik
OSWALD BURGER liest Kurt Tucholsky

Oswald Burger

Der Owinger Kulturkreis hatte am vergangenen Samstag den bekannten Überlinger Literaten Oswald Burger zu einer Lesung in das Glashaus der Linzgau-Baumschule in Owingen geladen. Er kam, sah und fesselte rund 120 Zuhörer mit dem Vortrag von Tucholskys Liebesgeschichte „Rheinsberg“(1912). Federleicht und phantastisch lebendig las er den Text mit sehr schwierigen Passagen.

Das zauberhafte Ambiente im Glashaus der Linzgau-Baumschule und die stimmungsvollen, jazzigen Saxophon-Soli von Kym Neuerer trugen  dazu bei, dass das amouröse Wochenende von Claire und Wölfchen, dem Liebespaar in dieser autobiographischen Geschichte, „hautnah“ miterlebt werden konnte.

Wie bei allen Veranstaltungen des Owinger Kulturkreises gab es auch diesmal wieder ein kulinarisches Rahmenprogramm. Der Kulturkreisnachwuchs hatte als besonderen Hingucker eine Cocktailbar eingerichtet und mixte klassische Drinks wie „Tequila Sunrise“ oder „Bacardi Blue“.
Und natürlich wurden wieder leckere „Ohnmachtshäppchen“ gereicht.

Sonntag, 20. Juni 2004, 11 Uhr

Frühschoppen mit den Jailhouse Jazzmen

Dixie, Swing und Weißwürste

 

 

Zu einem Frühschoppen mit Dixie, Swing und Weißwürsten hatte der Kulturkreis Owingen die Überlinger Dixie-Band "Jailhouse Jazzmen" eingeladen. Die Formation um den Vollblutmusiker Miki Ampoitan (Klarinette, Saxophon) sorgte mit klassischen Nummern im New Orleans Stil schnell für eine swingende Grundstimmung in der Billafinger "Neuen Gerbe". Aufbauend auf einer soliden Rhythmusgruppe mit Wolfgang Skupin (Banjo, Gitarre), Klaus Helbig (Schlagzeug) und Hans Schörnick am Kontrabaß boten die Bläser in der traditionellen Dixie-Besetzung originelle Arrangements bekannter Standards. 

 
  Franz Ege (Trompete, Flügelhorn) - im Hauptberuf Lehrer in Sipplingen - und Hans Helbig an der Posaune überzeugten dabei nicht nur als Solisten, sondern begleiteten mit klugen Riffs ihren Bandleader Miki bei dessen solistischen Einlagen. In seiner Version von Sidney Bechet's "Petite Fleur" - als gefühlvolle Ballade gespielt - ließ der 76jährige Miki folkloristische Elemente seiner rumänischen Heimat einfließen - ein Hauch von Klezmer-Musik.
 
  Auf humorvolle und sympathische Weise moderierte Wolfgang Skupin zwischen den Stücken und gab dabei so manche Anekdote aus der Geschichte der Band, die seit 1975 existiert, zum besten. Besonderen Anklang fanden seine Vokaleinlagen mit Hans Helbig von "All of Me" über "Flat Foot Floggie" bis zu "Gisela" - kein Wunder, daß die 6 Musiker erst nach mehreren Zugaben gehen durften.
 
  Wie immer arrangierte Barbara Haney vom Kulturkreis Owingen eine humorvolle Dekoration - diesmal, passend zu den "Jailhouse Jazzmen", einen "Knacki" in seiner Tracht.

Sie und die anderen Damen von der "Gourmet-Abteilung" des Kulturkreises sorgten mit kleinen Gerichten für das leibliche Wohl der Konzertbesucher. Diesmal besonders begehrt:

Frische Weißwürste mit köstlichem Radi.

Samstag, 3. Juli 2004, 20 Uhr

"Romeo und Julia" mit Uli Boettcher

 
  Wer Uli Boettcher noch nicht kennt, dem schwant spätestens nach der ersten Minute seines Auftritts, was auf die Zuschauer in der ersten Reihe zukommen wird: Er wundert sich nämlich, dass da überhaupt jemand sitzt. Zuhause, bei ihm in Theater in Ravensburg drängeln sich die erfahrenen Boettcherfans nämlich immer ganz dezent in den mittleren Rängen. Bloß nicht auffallen, heißt die Devise, sonst hat er einen am Wickel.  So auch in Billafingen:

Doris und Willi, beides boettcherunerfahrene Erste-Reihe-Sitzer, müssen dauernd einspringen, Julia beim Reimen helfen, dem liebeskranken Romeo Anbagger-Tipps geben, und alles wird eingebaut, mit originalen Shakespeare-Passagen gemixt und - schallendes Gelächter ist gesichert. Im Laufe des Abends finden auch einige aus den hinteren Reihen Gefallen an der Mitarbeit und mischen kräftig mit, total begeistert darüber, dass Boettcher jede noch so kleine Regung aus dem Publikum sofort aufnimmt und zwerchfellerschütternd einarbeitet.

 
  Blutrünstiges, eigentlich typisch für Shakespeares Dramen und, wie die Morde an Romeos Freund Mercutio und Julias Vetter Tybalt, in der Originalversion von Romeo und Julia unerlässlicher Bestandteil für den Fortgang der Handlung, verlegt Boettcher in die Pause, hinter den nicht vorhandenen Vorhang, angeblich um das Publikum zu schonen. Im Fernsehen, meint er, seien Morde besser zu ertragen, da sei ja noch eine Glasscheibe dazwischen, als Spritzschutz, sozusagen..

Am Ende der Vorstellung kommt dann auch der blutrünstige Actionfan auf seine Kosten: Romeo „entleibt“ sich gleich vier Mal – oder versucht es zumindest. Zuerst in der boettcherschen Bearbeitung der shakespearschen Originalversion, dann auf Wunsch des Publikums „very British“, also so richtig nobel mit klassischem Theaterdonner und nicht ohne sich von seiner „Queen“ und deren „Mum“ stilecht verabschiedet zu haben...., dann charmant fronsösiiiisch, mit  einer „dernière cigarette“- das Publikum hat leider keine Gauloises zu bieten, aber in der Not tut’s auch ’ne Marlboro, nachdem man den Filter abgebissen hat -  und Christine, der kleinen Affäre nebenbei, die dauernd stört und ihn schließlich mit ihren Reizen von seinem tödlichen Vorhaben abbringt.

 
 

Nachdem Russe und Spanier nicht zum Zuge kommen, probiert es schließlich auch noch ein schweizerischer Romeo, mit Hilfe eines original schweizerisches Offiziersmessers in den Freitod zu gehen, aber nicht, ohne sich vorher flüchtig von Julia, seinem „Schokcholaad Stängli“ und, wie es sich für einen guten Schweizer gehört, auch offiziell von seinen Eidgenössinnen und Eidgenossen gebührend verabschiedet zu haben.

Spätestens nach dieser Vorstellung ist jedem klar: Ein schweizer „Sackchmässer“ eignet sich nur sehr bedingt als Selbstmordwaffe , zumal wenn man wie Romeo in der dunklen Gruft nicht erkennen kann, welches der zahlreichen Tools man gerade aktiviert hat. Mit Korkenzieher, Raspel und „Naglschärli“ funzt das einfach nicht – Gottfried Stutz –, odddrr??

 
  Und sonst so:
das Haus: voll besetzt
die Ohnmachtshäppchen: lecker
die Drinks mit und ohne Alkohol: ebenfalls
dass Uli Boettcher sich nach der Vorstellung unters Publikum gemischt und
       prima Kritiken verteilt hat: richtig gut
das Publikum: Hätte nicht besser sein können
die Stimmung: ebenfalls

Das erste Kulturkreis–Jahr hat mit dieser Veranstaltung einen richtig schönen Abschluss gefunden. Danke an das charmante, begeisterungsfähige, treue und – wie sich bei dieser Veranstaltung  herausstellte - auch überaus kreative Publikum.  

Karin Ziegler

Samstag, 10. Oktober 2004

SCHROTT - ein verrücktes Zauberprogramm  von und mit Markus Zink

 
 
Nach Musik, Vortrag und Kabarett entführte der Kulturkreis Owingen am vergangenen Samstag sein Publikum ins Reich der Magie. Schon ab 19 Uhr trafen die ersten Besucher in der Neuen Gerbe in Billafingen ein. Bei Most und Nußbrot plauderte es sich gemütlich in kleinen Gruppen.
 
 
Da ertönte eine Kettensäge und jedermann, Frau und Kind war gespannt auf den Zauberer. Aber statt des gewohnten Herrn im Frack, Paletot und Zylinder erschien eine eher etwas abgerissen wirkende Gestalt, die sich fleißig bemühte, dem Publikum den Weg nach draußen zu zeigen, falls es nötig werden sollte. Auch eine Wasserprobe wurde vorgenommen, damit auch jeder wisse, wie er sich schützen könne.
 
 
Faszinierend, wie Markus Zink in all seine phantastischen Gebilde aus Schrott und Altmetall die hohe Kunst der Magie zu verpacken verstand. Da parodierte er Entfesselungskünstler, setzte sein Leben aufs Spiel, indem er such einer riesigen Rattenfalle auslieferte, lenkte mit Wortwitz und kleinen Konfetti streuenden Gesten sein Publikum ab und um, bis die ganze Nummer in herzerfrischendem Gelächter endete. Scheinbar bekanntes verwandelte er mit viel Geschick, Getöse und gekonnten Pannen in ein völlig unerwartetes Mirakel, das von "Ah!" und "Oh!" begleitet begeisterten Applaus erntete.
 
 
Bei all dem Bruch, Knall und Fehlzündungen konnte es sogar für seinen treuen Helfer hinter den Kulissen gefährlich werden. Mit dem Charme des naiven Enthusiasten forderte er das Publikum zur Mitwirkung auf und zauberte jedem Mitspieler, ob alt oder jung, ein herzliches Lachen ins Gesicht. Und wer am Ende glaubte, er wisse woher all die Karten und Ping-Pong-Bälle komme, die Markus Zink in atemberaubender Geschwindigkeit auftauchen und verschwinden ließ, wurde eines besseren belehrt. Sie sind nicht in Hose oder Jackett verborgen, denn Zink kann auch nackt zaubern.
 
 
Ein heiterer Abend, schade für jeden, der nicht die Gelegenheit hatte, dabei zu sein - entgegen der Ankündigung alles andere als Schrott!
Angelika Schmitt-Bohn                        Fotos: Wolfgang Rauneker

Samstag, 13. November 2004

TANGO LYRICO - Evelyn Huber (Harfe) und Mulo Francel (Saxophon)

 
   
 
   
 

 

Samstag, 3. Dezember 2004
Jazzklänge in St. Peter und Paul, Owingen

mit  Bernd Konrad, Saxophon &  Paul Schwarz, Orgel

 

  Aus dem Überlinger SÜDKURIER vom 8.12.2004:

Jazz bringt Gotteshaus zum Schwingen

Bernd Konrad und Paul Schwarz begeisterten Zuhörer in der Owinger Kirche St. Peter und Paul

VON HANSPETER WALTER

 

Ungewöhnliche Klänge brachten an diesem Abend das Kirchenschiff zum Schwingen. Moderner Jazz hat in Owingen eine echte Heimat gefunden auch im Gotteshaus. Darüber konnten sich auch die beiden hochkarätigen Musiker Bernd Konrad und Paul Schwarz freuen, als sie bei einer Veranstaltung des Kulturkreises gastierten. Der Saxofonist und der Organist, beide Professoren an der Musikhochschule in Stuttgart, gingen eine ungewöhnliche Liaison ein und begeisterten ihr Publikum.

Rund 150 Zuhörer konnte zunächst der "Hausherr" von St. Peter und Paul, Pfarrer Georg Lämmle, willkommen heißen. Jazzklänge in der Kirche seien nicht alltäglich, räumte Lämmle durchaus ein. Doch nicht nur in Gospels und Spirituals, in denen Freude und Leid gleichermaßen Ausdruck in der Musik fänden, habe diese spirituellen Charakter. Wer nicht nur mit Augen und Ohren, sondern auch mit dem Herzen höre, für den sei Jazz in der Kirche in gewisser Weise auch ein "geistliches Erlebnis", ja vielleicht sogar ein Stück weit "Verkündigung der frohen Botschaft", die in diesen Adventswochen ganz aktuell sei. Seinen Dank sprach Klaus Schielke vom Kulturkreis dem Owinger Pfarrer aus, dass er die Kirche für das besondere Konzert zur Verfügung gestellt habe. Doch dankte er auch den Sponsoren, die das Gastspiel durch finanzielle Unterstützung des Kulturkreises erst möglich gemacht hatten. Klaus Schielke, der nicht nur leidenschaftlicher Fan des Jazz ist, sondern als Fotograf die Musiker gerne mit seiner Optik ausdrucksstark einfängt, hatte schon einmal einen Leckerbissen, als er Konrad mit dem Landesjazzorchester auf den Lugenhof geholt hatte. Ziel sei es, so betonte Schielke, mit solchen Veranstaltungen "die Lebensqualität in Owingen zu steigern".

Die Jazzfreunde waren an diesem Abend allerdings aus der ganzen Region in die Kirche St. Peter und Paul gekommen. Sie erlebten eine ebenso intensive wie zauberhafte Zwiesprache der Instrumente selbst über die lange Distanz hinweg, wenn Konrad mit dem Saxofon coram publico spielte und Organist Schwarz hoch oben auf der Orgelempore.

Von Haus aus Kirchenmusiker hat auch er sich auf seinem Instrument den Jazzelementen verschrieben und bescherte den Zuhörern nach einem vertrauten Auftakt manch überraschendes Klangerlebnis bisweilen unterstützt vom Synthesizer. Gemeinsam oder im Wechsel breiteten sie mit meditativen Elementen weite kühle Landschaften aus oder schienen Zikadenschwärme des Südens zum Zirpen zu bringen.

Dramatik und menschliches Leiden sprach aus Bernd Konrad Komposition "Sarajevo", doch zum Abschluss bescherten die Musiker ihrem Publikum einen ganz friedlichen "Abend in Owingen".

Geradezu sakralen Charakter sprach Pfarrer Georg Lämmle der Musik in seiner abschließenden Würdigung zu. Nicht nur weil die Musiker zuvor den Adventschoral "Herr, send herab uns deinen Sohn" auf ihre Weise lebendig interpretiert hatten.