Heinz-Sielmann-Weiher

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (35)

 

Zur Jahresmitte eine kurze Zwischenbilanz. Die derzeitige subtropische Hitze gepaart mit den starken Niederschlägen im späten Frühjahr haben zu überaus üppiger Vegetation geführt. Noch nie standen Schilf, Rohrkolben, Mädesüß und viele andere Pflanzen am Weiher so hoch wie heuer. Auch eine Reihe von Raritäten hat sich prächtig entwickelt: An der Flachwassermulde in der westlichen Riedwiese blühten zunächst viele Schachblumen und später rund 40 Sibirische Schwertlilien (eine ausgesamte auch am Schilfweg bei den Naturlehrpfad-Schildern), im Ringgraben gedeihen Hunderte von Froschbiß-Pflanzen, und vor den üppig blühenden Seerosen entfalten sich viele Blätter der Seekanne, denen bald die wunderschönen gelben Blütenkelche folgen werden.

 

Am 1. und 2. Juli sind zwei prächtige Jungstörche ausgeflogen, die nun bald wegziehen werden. Zum Glück haben unsere altbekannten Altstörche, die am 15. bzw. 27. Februar eingetroffen sind, sogleich wieder ihre Fütterung (mit zweimal täglich Eintagsküken und Fischen) angenommen, ohne die ihre Jungen heuer sehr wahrscheinlich genauso eingegangen wären wie die in vielen anderen Horsten Süddeutschlands. Die ungeheueren Mengen an kaltem Dauerregen waren nur bei bester Ernährungslage zu überstehen. Ein zunächst drittes Storchenjunges im Billafinger Nest ist rasch im Wachstum zurückgeblieben und frühzeitig verschwunden. Die Futterstelle, die bis zum Wegzug der Altstörche bestückt wird, dient heuer auch einer Reihe von Rot- und Schwarzmilanen, Graureihern sowie gelegentlich Krähen und Jungfüchsen als Nahrungsquelle.

 

Weniger Glück hatten unsere Graugänse. Wie 2009, haben auch heuer wieder 5 Brutpaare genistet, 3 davon waren auf der mittleren und westlichen Insel gut auf ihren Nestern sitzend zu beobachten. Ihr Schlüpferfolg war groß: Insgesamt 32 Gössel schwammen am 2. Mai mit ihren Müttern auf dem Weiher – letztes Jahr waren es maximal nur 19 gewesen. Aber bei dem Dauerregen und den Kühlschrank-Temperaturen sank ihre Anzahl rasch ab – am 24. Mai lebten nur noch 2, und als auch die verschwunden waren, zogen die Altgänse weg. Da sie während der Mauser flugunfähig werden, wechseln sie ihr Gefieder lieber auf großen Gewässern wie dem Olsenweiher oder dem Bodensee. Aber seit dem 26. Juni haben wir wieder Gänse – zunächst waren es 5, nun sind schon über 10 zurück, und so hoffen wir mit ihnen auf ein besseres Brutjahr 2011.

 

Weitere Besonderheiten aus dem bisherigen Jahresverlauf: Am 14. März eine neue Vogelart – ein Mittelspecht, im Mai/Juni ein brutverdächtiges Paar der Schafstelze, die letztmals 1974 im Gebiet gebrütet hat, und am 9. Juni der Fund von 2 Nestern der Zwergmaus, deren Nachweis schon lange erwartet wurde. Und auch unsere prächtigen Schwarzkehlchen sind wieder gut vertreten – mit 3 Brutpaaren, und ein Paar hat sich auch schon am frisch angelegten Seelfinger Weiher angesiedelt. Alle 3 heuer neu angelegten Weiher – bei Seelfingen, am Eggenweiler Hof bei Frickenweiler sowie am Aubach bei Frickingen – sind inzwischen so eingegrünt, dass man glaubt, sie wären schon vor Jahren eingerichtet worden.

 

Seit dem 20. März arbeitet das Film-Team vom BR fleißig an der Produktion „Biotopverbund Bodensee: jeder Gemeinde ihr eigenes Biotop“, die 2011 an einem Samstagabend um Ostern in der Reihe „Natur Exclusiv“ ausgestrahlt werden und vieles vom Sielmann-Weiher und anderen Teilen des Biotopverbundes aus der diesjährigen Saison zeigen wird. Das Team ist insgesamt 6mal eine Woche in der Region tätig – März, April, Juni und Juli sind „im Kasten“, und später folgen noch September und Oktober. Und wir können uns auf einen spannenden Filmabend freuen.

 

fisch

 

Legende zur Abbildung:

Im Bild noch ein Nachtrag von der Elektrobefischung am 14.9.2009: der 103 cm lange und 6,8 kg schwere Rekord-Hecht in den Händen von Herrn Simon Phillipson; Aufnahme: Hans Krumrei.

                                                                                                          Peter Berthold

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (33)

 

Juli – die Tage werden schon wieder kürzer – allerhöchste Zeit für eine Zwischenbilanz vom Sielmann-Weiher-Jahr 2009. Um es gleich vorweg zu nehmen: wiederum ein gutes Jahr, voller Leben und mit vielen neuen Beobachtungen.

 

Zunächst zwei interessante Nachträge zum letzten Jahr. Manfred Sindt, der zusammen mit Frank Nowotne die wirbellosen Tiere im Weihergebiet erfasst (s. Bericht Nr. 31), hat am 1. September 2008 eine weitere neue Vogelart festgestellt, nämlich das Kleine Sumpfhuhn – eine seltene Rallenart. Uns gelang am 5. April dieses Jahres Fang und Beringung einer weiteren Rallenart – nämlich eines Tüpfelsumpfhuhns. Damit sind mit Bläß- und Teichhuhn, Wasserralle, Wachtelkönig  und den beiden genannten inzwischen 6 Rallenarten im Weihergebiet nachgewiesen. Von Achim Nagel wurde für 2008 noch ein Dunkler Wasserläufer gemeldet, so dass die Artensumme mit dem vergangenen Jahr auf insgesamt 157 ansteigt. Und für heuer kommen – um bei den Vögeln zu bleiben – bisher 4 weitere neue Arten hinzu: außer dem oben genannten Tüpfelsumpfhuhn am 3. April eine Saatgans – die nächste Verwandte zu unserer Graugans, am 6. April ein Blaukehlchen, das ebenfalls beringt werden konnte, sowie im Mai der Nachtreiher, den Detlef Koch aus Owingen feststellte. Damit sind im Raum Billafingen bisher 161 Vogelarten beobachtet worden. Detlef Koch gelang auch Ende Mai der Nachweis von 5 Bienenfressern, die früher einmal im Gegez gebrütet haben (1982, 2 Brutpaare, mit insgesamt 9 Jungen).

 

gänse

 

Von den Brutvögeln fallen heuer besonders die Gänse auf. Insgesamt 5 Grauganspaare haben zusammen mindestens 19 Jungvögel erbrütet, wovon die ältesten schon fast ausgewachsen sind. Die Gänse haben sich so gut an die Gegebenheiten im Weiherbereich gewöhnt, dass sie mit ihren Jungen z. T. bis zur Kreisstraße wandern, um an den Wegrändern zu weiden. Wenn die Gänsepopulation weiter anwächst (Abbildung), wird sie auch neuen Lebensraum benötigen – und dafür ist vorgesorgt. Im kommenden Winter sollen im Rahmen von Sielmanns „Biotopverbund Bodensee“ neue Weiher bei Seelfingen und beim Eggenweiler Hof angelegt werden, die dann eine Kette bilden werden bis hin zum renaturierten und erweiterten Eisweiher bei Stockach.

 

Die Gänse haben das Hagelunwetter am 11. Mai offenbar alle gut überlebt, während von den 3 am 25. April geschlüpften Jungstörchen einer dabei umgekommen ist. Die anderen beiden entwickeln sich bei regelmäßiger Zufütterung prächtig und müssten bis zum Erscheinen dieses Berichtes ausgeflogen sein. Dem Verhalten nach sind die Altstörche die altvertrauten vom letzten Jahr, was inzwischen Frank Portala durch seine erneute Ringablesung bestätigt hat.

 

Weitere bemerkenswerte weil relativ seltene Arten, die heuer im Weiherbereich brüten, sind je ein Paar Baumfalken, Grauspechte, Schwarzkehlchen und Dorngrasmücken und wohl 2 Paare Feldschwirle sowie 1 Paar Turteltauben. Bei den Wirbellosen sind inzwischen 27 der rund 80 mitteleuropäischen Libellenarten am Sielmann-Weiher beobachtet worden, von den Tagfaltern 18 Arten, wobei in diesem Jahr die Distelfalter-Invasion aus dem Mittelmeerraum auch unser Weihergebiet mit Tausenden von Individuen bereichert hat.

 

Für September steht uns eine besondere Aktion ins Haus: eine Elektro- und Netzbefischung zur Kontrolle des Fischbestandes und zur Entnahme großer Hechte. Darüber wird später berichtet werden.

 

Gänse, Gänse, Gänse ... eine Gruppe von über 60 alten und jungen Graugänsen in Zoetermeer, Holland. Bevor es am Sielmann-Weiher so aussehen könnte, werden Gänsegruppen an weitere neue Weiher abwandern. Foto: A. v. Berge Henegouwen, Limosa 81: 139, 2008

 

                                                                       Peter Berthold

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (32)

 

Während in dieser Winterzeit eine außergewöhnliche Wärmeperiode in Australien viele Hitze-Tote dahinrafft, hält Väterchen Frost unseren Weiher ungewöhnlich lange im Griff – beides vorausgesagte Eskapaden im Rahmen zunehmender Turbulenzen der globalen Klimaveränderungen. Bis neues Leben im Weiher einkehrt, bleibt für uns Zeit für einen Rückblick auf das vergangene Jahr 2008.

 

Für den Sielmann-Weiher war es ein gutes Jahr mit weiterhin erfreulicher positiver Entwicklung. Zunächst zu den Vögeln. Mit Gänsesäger und Seidenreiher sind 2 neue Arten hinzugekommen, und damit steht die Artenliste für Billafingen und Umgebung derzeit bei 155 im Vergleich zu 115 vor Einrichtung des Weihers. Der Anstieg seit der Flutung 2004 beträgt somit 35 %. 2008 konnten im Weiherbereich 119 Vogelarten beobachtet werden (2007: 110), wovon 65 gebrütet haben (2007: 62). Als ganz neue Brutvogelarten kamen der Weißstorch (Nr. 10) und in der Nähe des Weihers der Rotmilan (Nr. 11) hinzu, und die sich prächtig entwickelnden Hecken haben endlich wieder Dorn- und Klappergrasmücke zum Brüten eingeladen (erstere erstmals wieder seit 1973, letztere seit 1988). Weitere besondere Beobachtungen waren ein Merlinfalke im Januar (D. Koch, Owingen), 45 Kraniche im März, ferner Schwarzstorch, Rohrweihe, Kiebitz, Raubwürger, Drosselrohrsänger, Trauerschnäpper, Wintergoldhähnchen und vielfach Eisvögel. Von den Brutvögeln sind neben Teich- und Blässhuhn, Stockente und Wasserralle v. a. das Grauganspaar zu nennen, das wie im Vorjahr wieder 6 Junge aufzog, sowie je ein Paar Feldschwirle und Schwarzkehlchen, 2 Paare Schwarzmilane und je reichlich 10 Paare Sumpf- und Teichrohrsänger. Graugänse haben am Weiher deutlich zugenommen – der größte bisher beobachtete Trupp umfasste 31 Individuen. Sie warten darauf, dass der Weiher endlich auftaut – bereits am 1. und 25. Januar haben sie Erkundungsflüge über dem Weihergebiet ausgeführt.

 

Von den Säugetieren sind neben der Bisam-Familie v. a. Iltis und ein Hermelin zu nennen, das im Frühsommer mindestens 3 Junge führte, sowie bis maximal 3 Feldhasen, die gemeinsam in der Westwiese grasten. 2008 konnte auch wieder eine Mooreidechse (an der Aussichtsplattform) beobachtet werden. Der Fischbesatz wurde um 200 Bitterlinge bereichert, so dass jetzt im Weiher und in den Gräben 13 Fischarten leben. Auf Wirbellose braucht hier nicht eingegangen zu werden – das ist erst im Bericht 31 geschehen. Aber die Blütenpflanzen verdienen noch Beachtung: Ihre Artenzahl ist von etwa 220 im Jahre 2006 über rund 300 2007 auf 340 2008 angestiegen, darunter Seltenheiten wie Schwalbenwurzenzian, Sumpfstendelwurz und Wohlriechender Lauch. Über sie und über die Vogelwelt werden ab dem Frühjahr zwei neue Tafeln der Sielmann-Stiftung Auskunft geben.

 

Zum Schluss zwei Hinweise: Hinter der westlichen Flachwassermulde ist ein zweiter Storchenhorst aufgestellt worden, der hoffentlich bald beflogen wird. Und wer derzeit Trupps starengroßer Vögel beobachtet, sollte genauer hinschauen: Es handelt sich meist um Seidenschwänze, deren neuerliche Invasion aus dem Nordosten auch den Bodenseeraum einschließlich Billafingen massiv erreicht hat.

 

 

Peter Berthold

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (31)

 

Der Spätherbst zieht ins Land, und damit wird es auch an unserem Weiher stiller. Der Pflanzenteppich aus Wasserhahnenfuß, Seerosen, Laichkraut u. a. ist abgestorben und die spiegelglatte Wasserfläche erscheint wie frisch poliert. Die leuchtenden Farben der Ufer-, Gebüsch- und Sumpfwiesenvegetation gehen mehr und mehr in Braun über, und nicht nur das bunte Treiben der vielen Vögel lässt nach, sondern auch das Heer der Insekten ist bis auf wenige Nachzügler zur Winterruhe gegangen. Diese und andere Kleintiere sollen heute etwas näher beleuchtet werden.

 

Während sich Vögel und Säugetiere, aber auch Amphibien und Reptilien in einem Gebiet wie dem Sielmann-Weiher und seiner Umgebung relativ leicht erfassen lassen, so dass laufend darüber berichtet werden kann, ist dies bei den Wirbellosen, also Insekten, Spinnen, Schnecken usw. weitaus schwieriger. Sie leben zum einen z. T. recht versteckt oder tauchen nur für kurze Zeit im Jahr auf oder sind zum anderen oft nur von Speziallisten zu bestimmen, ohne ihnen dabei zu schaden. Da sie z. T. sehr artenreich, inzwischen leider vielfach auch hochgradig gefährdet sind, ist ihre Bedeutung für die Qualität eines Schutzgebietes oft besonders groß. Deshalb werden ausgewählte Gruppen – nämlich Schmetterlinge – v. a. Tagfalter, Libellen, Heuschrecken, Spinnen, Käfer – v. a. Laufkäfer – sowie Land- und Wasserschnecken von Juli 2008-April 2010 in unserem Weihergebiet näher untersucht.

 

Der eine oder andere hat im Spätsommer sicherlich Besucher im Weiherbereich mit Schmetterlingsnetz arbeiten sehen – dabei handelt es sich um die Herren Frank Nowotne, Dipl.-Geologe und Ökologe vom „SeeConcept“ sowie seinen Mitarbeiten Manfred Sindt, die Kleinschmetterlinge zum bestimmen kurz einfangen und unverzüglich wieder freilassen. Erfreulicherweise hat mir die Otto Wolff-Stiftung (in Köln) für die Erfassung der Wirbellosen im Weihergebiet durch Spezialisten 7.500 € zur Verfügung gestellt, so dass eine gründliche längerfristige Studie ermöglicht wird. Schon nach den ersten Untersuchungsmonaten zeichnen sich interessante Ergebnisse ab.

 

Vielen Besuchern des Weihergebietes fällt in den Sommermonaten der Reichtum an Schmetterlingen auf, die die Blüten-Oase mit über 300 blühenden Pflanzenarten als neues Paradies entdeckt haben. Dort sieht man von den über 150 Tagfalter-Arten Mitteleuropas nicht nur regelmäßig Admiral, Distel- und Heufalter, Kleinen Fuchs und Tagpfauenauge, sondern auch Aurorafalter, Kaisermantel, Schachbrett und Schwalbenschwanz. Neben dem Kleinen Eisvogel (2007) brachte die spezielle Studie nun Nachweise für weitere Raritäten und Arten der Roten Liste, nämlich für Postillion, Senfweißling und Waldbläuling.

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die Libellen, die im Weihergebiet sehr häufig und z. T. recht auffällig sind wie v. a. Prachtlibellen, Plattbauch oder die großen Mosaikjungfern. Von den rund 80 in Mitteleuropa lebenden Arten brachte die Studie bereits Nachweise für 6 seltene und gefährdete Arten, nämlich Gefleckte und Sumpf-Heidelibelle, Kleine Prachtlibelle, Zweigestreifte Quelljungfer sowie die im Zuge der Klimaerwärmung aus dem Mittelmeerraum zunehmend einwandernden Arten Feuerlibelle – die durch ihr leuchtendes Rot auffällt – sowie den Südlichen Blaupfeil. Und schließlich seien von den rund 150 in Mitteleuropa lebenden Heuschreckenarten noch die geglückten Nachweise der seltenen Formen Sumpfgrashüpfer und Sumpfschrecke genannt. Alles in allem eine erfreuliche Entwicklung, die wir mit Spannung weiter verfolgen werden.

 

Letzte Meldung aus der Vogelwelt: Mindestens seit dem 15. November hat sich im Weihergebiet wieder ein Raubwürger eingestellt – hoffentlich längerfristig als Wintergast.

 

Peter Berthold

 

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Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (30)

 

Ende gut – alles gut: Unsere Billafinger Störche haben es geschafft – sie haben drei prächtige Junge aufgezogen, die nun ins Winterquartier abgezogen sind. Hier kurz in Stichworten der gesamte Brutablauf: Einzug des Burtpaars in unser Tal Ende Februar, Horstbesetzung Anfang März, Eiablage Ende März, Schlupf der Jungen um den 27. April, erstes Ausfliegen der Jungstörche am 30. Juni. Gegen 15 Uhr waren 2 Junge gestartet, um 17:30 hob das 3. ab. Alle 3 ließen sich von Aufwinden hoch hinauftragen, landeten dann in einer gemähten Wiese unterhalb des Frickhofes und abends wieder sicher auf dem Horst zum Übernachten. Bis Mitte Juli blieb die Storchenfamilie ganztags im Talbereich zwischen Owingen und Seelfingen, dann führten Tagesausflüge zum Andelshofer Weiher und auch weiter, abends jedoch Rückkehr der Jungen zum Horst. Ab 29. Juli bevölkerten 16 Störche die Wiesen bei der Kläranlage, aber die 11 Durchzügler konnten unsere Jungstörche noch nicht „mitreißen“. Aber am 7. August war es dann soweit: Gegen 13 Uhr schraubten sich unsere 3 Jungstörche zusammen mit einem Durchzügler bis weit über die oberen Talränder hinauf und verschwanden dann in ihre typische Zugrichtung, also nach SW, die etwa über Stockach, Basel, die Burgundische Pforte Richtung Spanien und eventuell bis Nordwest-Afrika führt. An ihrem ersten Tag dürften sie noch rund 50-100 km weit gezogen sein. Zurückgeblieben sind die beiden Brutvögel, die uns – wie für Störche und viele andere Vogelarten typisch – erst einige Zeit nach den Jungen nach (weitgehendem) Abschluss ihrer Mauser verlassen werden.

 

Für uns wird es nach erfolgreichem Abzug der Jungstörche wieder deutlich ruhiger: Seit 20. März werden die Störche von uns tagtäglich mit Küken zugefüttert – bis Ende Juni 3 x täglich, danach morgens und abends, und z. Z. nur noch morgens. Insgesamt haben sie etwa 15000 Eintagsküken erhalten – das sind rund 600 kg. Von der Fütterung profitiert haben auch 2 Paare Schwarzmilane mit ihrem Nachwuchs, 1 Rotmilan-Familie, ca. 5 Graureiher sowie Rabenkrähen, gelegentlich ein Jungfuchs und sicherlich auch Marder, Hermeline u. a.

 

Inzwischen ist es auch gelungen, die Ringe der Altstörche mit Fernrohren abzulesen. Zunächst konnte sie der Vogelkundler Frank Portala (Überlingen und Schweiz) identifizieren, und wir konnten die Ablesung später bestätigen. Damit steht fest: Das Männchen stammt aus Basel und wurde dort am 7. Juni 2005 nestjung von Ernst Fischer beringt. Das Weibchen kommt aus Oggelshausen am Federsee, wo es von Ute Reinhard am 15. Juni 2005 nestjung beringt wurde. Interessant ist, dass die Störchin schon zuvor abgelesen werden konnte, nämlich am 9. und 18. Juni sowie 20. August 2006 bei Entressen, Bouches-du-Rhône, Südfrankreich, wo sie offenbar vor der Brutreife übersommert hatte.

 

Dieses Jahr wollten wir unsere erstmals im Billafinger Tal brütenden Störche so wenig wie möglich beunruhigen, damit sie hier richtig heimisch werden können. Wenn sie nächstes Jahr – hoffentlich – wieder brüten, dann wollen wir auch ihre Jungen beringen, um eventuell Aufschluss über deren Verbleib zu bekommen. Es ist doch schön, über die Ringe zu erfahren, wie sich ein Schwyzer Storchenmann und eine oberschwäbische Storchendame bei uns zu erfolgreicher Brut zusammengetan haben – geradezu empfehlenswert!

 

Unsere Storchenfamilie am 3. August um 8 Uhr morgens an der Futterstelle an der westlichen Flachwassermulde. Eine letzte Familienidylle – 4 Tage später zogen die 3 Jungstörche nach SW in Richtung Winterquartier.

                                                                                                                     

Peter Berthold

 

 

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (29)

 

Nun hat Billafingen eine ausgesprochen liebenswürdige „Neubürgerfamilie mit Migrationshintergrund“: den Weißstorch – Freund Adebar. Die ehemalige Bedeutung des Zweitnamens als „Sumpfgänger“ wurde alsbald in „Glücksbringer“ umgedeutet, v. a. auch in „Kinderbringer“, sodass die Herzen der Frauen und Kindergärtnerinnen unserer Gemeinde ob des zu erwartenden Nachwuchses bzw. der garantierten Vollbeschäftigung nun höher schlagen können.

 

Dass sich in der heutigen Zeit ein solcher Großvogel noch neu bei uns ansiedeln kann, verdanken wir der Initiative unermüdlicher Vogelschützer. Bis gegen Ende der 1950er Jahre hatten wir in Deutschland noch einen recht stabilen Storchenbestand mit Tausenden von Brutpaaren, davon auch in Baden-Württemberg von etwa 250 Paaren. Dann ging es rasch bergab – bei uns gegen Null – und in der Schweiz sowie in einigen unserer Bundesländer starben die freilebenden Störche ganz aus – in Dänemark fiel der Bestand von etwa 4000 Brutpaaren um 1890 auf nur noch 3 im Jahre 1997!

 

In der Schweiz begann 1948 mit Max Bloesch die Gegen-Offensive: die Zucht, Ausbürgerung und Neuansiedlung von Störchen, die sich über Deutschland und Frankreich bis nach Schweden ausdehnte. Durch Einkreuzung kaum ziehender nordafrikanischer Störche entstanden semidomestizierte, also nicht mehr vollständig wild lebende Vögel, deren Nachwuchs größtenteils bis Spanien oder Westafrika wandert, während die Altvögel oft auch im Winter bei uns bleiben und gefüttert werden müssen.

 

Hauptursache für den Rückgang und das gebietsweise Aussterben der Störche war die dramatische Nahrungsverknappung infolge zunehmender Verschlechterung der Wiesensituation: Rückgang von Weiden, Umbruch von Wiesen in Äcker, zumeist für Maisanbau, Trockenlegung von Feuchtgebieten, häufigeres Mähen mit effektiveren Maschinen und intensivere Düngung. Alle diese Maßnahmen haben das Nahrungsspektrum für Störche an Fröschen, Schlangen, Großinsekten wie Heuschrecken u. a. sehr stark reduziert. Mit dem Populationsrückgang, in erster Linie bedingt durch Nahrungsmangel, ging auch der Fortpflanzungserfolg zurück: bei uns von durchschnittlich 2,8 Jungen pro Paar 1959 über 2,3 Junge 1979 auf gerade noch etwa 1,6 heutzutage – viel zu wenig, um damit Storchenpopulationen auf Dauer zu erhalten. Und bei dem derzeitigen geringen Nahrungsangebot bringen Störche bei uns ihre zumeist 1-2 Jungen auch nur dann durch, wenn nicht Schlechtwettereinbrüche wie im letzten Jahr am 29. Mai zum Absterben von Nestlingen in großen Gebieten führen – 2007 vom Raum Salem bis in weite Teile Bayerns.

 

Diesem letztjährigen Storchensterben verdanken wir wahrscheinlich unser diesjähriges Brutpaar. Es tauchte 2007 unmittelbar nach den Brutverlusten hier auf, bezog den bereitgestellten Horst, auf dem Anfang Juni noch kopuliert wurde, aber für eine (erneute) Brut bei uns war es letztes Jahr offenbar zu spät. Aber heuer hat es geklappt. Das Paar stellte sich hier Ende Februar ein, besetzte Anfang März den Horst und begann Ende März mit der Eiablage. Am Sonntag, dem 27. April, sind dann die Jungen geschlüpft – drei an der Zahl, wie man inzwischen gut erkennen kann.

 

Ostern gab es zunächst noch eine „Zitterpartie“ – den Nachwintereinbruch, mit ganztägigem Schneetreiben am Karfreitag und einer geschlossenen Schneedecke am Ostersamstag. Zum Glück hatten unsere beiden Adebare am Gründonnerstag eine eigens für sie eingerichtete Futterstelle angenommen, an der sie seither dreimal täglich mit Eintagsküken (die in Geflügelzuchtbetrieben anfallen und v. a. zur Fütterung von Zootieren verwendet werden) und kleinen Fischen versorgt werden. Zufütterung sollte heute eigentlich Pflicht sein, da ein Storchenpaar mit mehreren halbwüchsigen Jungen am Tag ca. fünf Kilogramm Futter braucht, das in unserer Zeit kaum noch zu beschaffen ist – selbst wenn sich ein Feuchtgebiet wie der Sielmann-Weiher in Horstnähe befindet. Wer gegenwärtig Kunsthorste in die Landschaft stellt, damit Störche anlockt und dann einfach nur zusieht, wie sie – hoffentlich – durchkommen werden, verstößt streng genommen gegen das Tierschutzgesetz. Damit verhält man sich etwa so, als würde man seinen Hund täglich für einige Stunden ins Freie schicken und ihm zumuten – da er ja vom Wolf abstammt – sich gefälligst seine Nahrung selbst zu beschaffen, wofür die Voraussetzungen heutzutage jedoch nicht mehr gegeben sind.

 

Hoffen wir, dass unsere Störche bei guter Versorgung weiter wachsen und prächtig gedeihen und dass gegen Ende Juni kräftige Junge zum Ausfliegen kommen. Bis dahin lassen sich vielleicht auch noch mit dem Fernrohr die Ringe der beiden Altstörche ablesen, die wohl als nestjunge Vögel beringt wurden und sowohl aus Süddeutschland als auch aus einem Nachbarland stammen können.

 

Peter Berthold

 

 

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (28)

 

Heute – zeitgemäß – einiges Grundsätzliche zu unseren Fröschen, Kröten, Unken und Molchen, also den Lurchen oder Amphibien – jenen Wirbeltieren, die sowohl zu Wasser als auch zu Lande leben können. Das amphibische Verhalten ist jedermann von den Fröschen bekannt: Die Kaulquappen leben als Jugendform zunächst mit Kiemen wie Fische im Wasser, während später die Jungfrösche mit Lungen vielfach zum Landleben übergehen. Heuer – als typisches Anzeichen der Klimaerwärmung – tauchten die ersten „Krotten“ in unseren Gärten und Wiesen bereits früh im Februar auf – wenn auch in der kühlen Luft noch etwas träge. Kugelig gedrungen, weitgehend einheitlich graubraun, mit warzig-drüsiger Haut und goldfarbenen Augen – das ist die Erdkröte, die einzige Krötenart in unserer näheren Umgebung. Ist die Haut glatt, ebenfalls braun, aber deutlich dunkel marmoriert, bei mehr schlanker Gestalt – dann handelt es sich um unseren häufigsten echten Frosch – den Grasfrosch. Wir finden ihn – ähnlich wie die Erdkröte – in allen möglichen Lebensräumen von Hausgärten über Wiesen, Felder, Feuchtgebiete bis in Laub- und Nadelwälder. Er produziert die typischen Froschlaich-Klumpen, die wir zeitig im Jahr – heuer schon Anfang März – in Gräben, Tümpeln oder auch größeren Pfützen finden, während die Erdkröten ihren Laich in Schnüren an Wasserpflanzen anheften.

 

Der Grasfrosch gehört zusammen mit dem weniger häufigen Springfrosch (mit sehr langen Hinterbeinen, bei uns im Tal noch nicht nachgewiesen) und dem seltenen Moorfrosch (der z. B. in oberschwäbischen Mooren vorkommt), zu den sogenannten Braunfröschen. Ihnen gegenüber stehen die eng ans Wasser gebundenen Grünfrösche. Hiervon ist der für uns wichtigste der Teichfrosch – landläufig auch als Wasserfrosch bezeichnet, der zu Hunderten in unserem Weiher und den benachbarten Gräben lebt, wo die Männchen feste Reviere bilden. Erst sehr genaue wissenschaftliche Untersuchungen haben zu der erstaunlichen Erkenntnis geführt, dass der Teichfrosch gar keine eigenständige Tierart ist, sondern immer wieder als Bastard aus zwei anderen Arten entsteht: dem Seefrosch und dem kleinen Wasser- oder Tümpelfrosch, die als Ausgangsformen natürlich beide auch in unserer Region vorkommen. Die Bastardform zeichnet sich durch besonders hohe Vitalität aus.

 

Bleiben noch einige weitere Frösche anzufügen, davon an erster Stelle der Laubfrosch. Er ist mit meist einheitlich blattgrüner Färbung der eigentliche „Grünrock“, gehört aber nicht zu den (durchweg marmorierten) Grünfröschen, sondern zur artenreichen Gruppe der Laubfrösche (mit über 200 v. a. tropischen Arten). Auch die krötenähnlichen relativ kleinen Unken sind bei uns vertreten – in Süddeutschland mit der Gelbbauchunke. Sie verdankt ihren Namen der grau und gelb gefleckten Unterseite, die bei Gefahr mit dieser „Warntracht“ präsentiert wird. Wir finden sie im Bodensee-Hinterland, so z. B in der Tongrube bei Großschönach. Zur Gruppe der Froschkröten gehört die seltsame Geburtshelferkröte. Sie heißt so, weil die Männchen die Laichschnüre bis zum Schlüpfen der Kaulquappen auf dem Hinterrücken mit sich herumtragen und so eine gewisse Brutpflege betreiben. Diese wegen ihres wunderschönen Rufes auch „Glockenfrosch“ genannte Art ist bei uns sehr selten geworden – bis in die 1950er Jahre kam sie noch in einer Tongrube bei Radolfzell vor. Als letztes seien auch noch kurz die Ochsenfrösche erwähnt – sehr große Frösche verschiedener Familien, deren Ruf an das Brüllen von Rindern erinnert. Im Rheintal z. B. hat sich der Nordamerikanische Ochsenfrosch ausgebreitet und ist dort wenig beliebt, weil er u. a. andere Amphibien verdrängt und selbst junge Wasservögel frisst. Entsprechendes gilt für den osteuropäisch-asiatischen Seefrosch, der zunehmend unseren westlichen Seefrosch verdrängt – z. B. in Bayern – und neben Fischen auch junge Vögel bis hin zu Küken von Seeschwalben verzehren kann. Unsere Froschwelt im Bereich des Sielmann-Weihers wird davon wohl noch längere Zeit verschont bleiben.

 

Auch wenn bei uns von den fast 5000 Froscharten der Welt nur weniger als 10 in der näheren Umgebung vorkommen und nur 3 recht häufig sind, spielen sie im Naturhaushalt dennoch eine große und wichtige Rolle: zum einen als Vertilger vieler „Lästlinge“ wie v. a. von Stechmückenlarven und zum anderen als wichtige Nahrungsgrundlage für viele Fische, aber auch für Ringelnattern und viele Vögel wie z. B. unsere Störche, aber auch Reiher, Milane u. a.

 

Bleibt noch ein abschließender Satz zur zweiten großen Gruppe der Amphibien – den Schwanzlurchen: Sie sind bei uns im Weihergebiet bisher nur durch eine Art vertreten – nämlich den Bergmolch, der v. a. durch seine leuchtend orangefarbene Unterseite auffällt.

Im Gebiet des Heinz-Sielmann-Weihers leben inzwischen um die hundert Laubfrösche, v. a. im Gebiet der Froschtümpel, Flachwassermulden und benachbarten Grabenbereiche.


Peter Berthold

 

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Billafinger Mitteilungen  Samstag, den 26. Januar 2008

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (27)

 

Januar – Zeit für eine weitere Bilanz, dieses Mal für das Jahr 2007 und nun schon 3 Jahre Weiher-„Geschichte“.

Wiederum hat uns der Weiher mit seinem attraktiven Umfeld neue Vogelarten beschert – in 2007 nicht weniger als 8: Höckerschwan, Knäk-, Schell- und Spießente, Rohrweihe, Wiedehopf, Drosselrohrsänger und Uferschwalbe. Damit hat sich die Anzahl der im Bereich von Billafingen registrierten Vogelarten von der Vor-Weiherzeit (bis 2004) bis heute von 115 auf 153 erhöht (s. Grafik). Besonders erfreulich ist, dass sich im Weihergebiet insgesamt 9 neue Brutvogelarten, z. T. bereits regelmäßig brütend, etabliert haben, nämlich: die Graugans, 2007 1 Brutpaar, das 6 Junge aufzog; Kolbenente (Brutvogel 2006); Graureiher, 2006 und 2007 1 Brutpaar in der näheren Umgebung; Schwarzmilan – wie Graureiher; Bläßhuhn, Teichhuhn und Wasserralle, alle 3 seit 2006, künftig wohl als regelmäßige Brutvögel zu werten, 2007 10 bzw. je 3 Brutpaare; Teichrohrsänger, seit 2006 etabliert, 2007 ca. 8 Brutpaare; Schwarzkehlchen, unser seit 2005 brütender „Wappenvogel“, 2007 mit 3 Brutpaaren, wobei im Frühjahr bis zu 5 Männchen anwesend waren (3 konnten beringt werden). Insgesamt sind 2007 110 Vogelarten im Weiherbereich beobachtet worden - 6 mehr als im letzten Jahr, wovon 62 Arten gebrütet haben und 48 als Durchzügler oder Gäste anwesend waren. Eindrucksvoll waren an manchen Tagen im Winter und Herbst die großen Ansammlungen von Stockenten mit Tageshöchstsummen von über 100 Vögeln. Besonders erfreulich ist, dass sich seit dem Sommer regelmäßig ein Eisvogel im Weihergebiet aufgehalten und erfolgreich gefischt hat. Für ihn werden wir im Laufe der Zeit eine Brutmöglichkeit schaffen. Zur Zeit überwintern etliche Wiesenpieper im Gebiet, leider heuer kein Raubwürger. Seit dem 8. Januar kommen unsere 8 Graugänse regelmäßig zum Weiher, als könnten sie es kaum erwarten, dass das Eis auftaut und die neue Brutsaison beginnen kann. Hoffen wir, dass von den vielen Störchen, die letztes Jahr im Talgrund waren, einige ähnlich Sehnsucht verspüren, bei uns zu brüten.

Anfang Februar konnte hinter dem östlichen Weiherende die Flachwassermulde auf 30 x 20 m vergrößert werden, und sie ist inzwischen ein beliebtes Aufenthaltsgebiet für Bekassinen, Zwergschnepfen, Wasserrallen, Krickenten, Wiesenpieper u. a. Eine (beringte) Bekassine hat sich dort von September bis Oktober etwa einen Monat lang ihren Mauserplatz eingerichtet. Für die Erweiterung der Flachwassermulde und sonstige Pflege- und Verbesserungsmaßnahmen sind 2007 insgesamt 8000 Euro wiederum aus Mitteln meines Tätigkeitsbereichs aufgebracht worden, die sich seit 2005 auf nunmehr über 85000 Euro aufsummieren.

Die Bilanz unserer Vogelwelt im Weihergebiet ist also erfreulich positiv, wobei man allerdings nicht übersehen darf, dass uns auch ein noch so schönes Gewässer mit Umland viele der in weiten Gebieten verschwundenen Arten nicht zurückzubringen vermag wie z. B. Kiebitz, Rebhuhn, Braunkehlchen, Schafstelze, Zwergdommel u. a. Aber immerhin lassen sich stark gefährdete Arten wie Teichhuhn, Wasserralle, Rohrsänger u. a. unterstützen und in weiteren Bausteinen des Biotopverbunds Bodensee hoffentlich auch stabilisieren.

Noch besser als bei den Vögeln sieht es bei den Pflanzen, Amphibien und Wirbellosen wie Spinnen und Insekten aus. Die Anzahl der höheren oder Blütenpflanzen-Arten hat sich von rund 220 in 2006 auf etwa 300 in 2007 erhöht, wobei die meisten Arten durch Aussaat oder Anpflanzung hinzugekommen sind. Auf ihre Besonderheiten muss in späteren Berichten näher eingegangen werden. Von den drei häufigsten Froscharten sind von Gras- und Wasserfrosch sowie Erdkröte Tausende von Jungfröschen produziert worden, so dass an manchen Tagen zwischen den Gebotstafeln bei den großen Pappeln und jenen Richtung Sportplatz allein auf dem Hauptweg über tausend „Zwerghüpferlinge“ (v. a. junge Erdkröten) unterwegs waren. Kein Ruhmesblatt, dass an einem solchen Tag ein sogenannter „Naturfreund“ mit seinem breitbereiften Geländewagen zum Weiher fahren musste ...

Auch bei den Reptilien gibt es Fortschritte: Aus dem Stockacher Schwimmbad erhielten wir 5 junge Ringelnattern, die an der o. g. Flachwassermulde ausgesetzt wurden, wo sie einen Haufen aus Pflanzenmaterial zur Eiablage bekommen.

Von den Wirbellosen seien nur die Hunderte von Wespenspinnen genannt (s. Bericht Nr. 25), die bis um die Sitzbänke herum nicht nur Alt und Jung erfreut, sondern uns mit ihren Netzen auch einen prächtigen Altweibersommer beschert haben. Von den vielen Libellen und Faltern sei eine Rarität genannt: ein Exemplar des Schmetterlings „Kleiner Eisvogel“ (Limenitis camilla) am Hauptweg.

Zum Schluss Dank zum einen an unseren Bisam, der die Wasserflächen von Weiher und Froschtümpel erfreulich freihält von übermäßigem Rohrkolben-Aufwuchs und zum anderen an die ganz überwiegende Mehrzahl von Besuchern, die sich im Weihergebiet sehr rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst verhielt. Entsprechendes wünschen wir uns auch für die Zukunft, einschließlich ungetrübter Freude für Schlittschuhläufer, wobei sicher einige „Pioniere“ vorsichtiger vorgehen sollten als zum Jahreswechsel zu beobachten war. Wenn jemand an einer der tiefen Stellen im Eis des Weihers einbricht ist fraglich, ob ihm dann die gut gemeinte Leiter am Graben noch die angedachte Hilfe bringen kann.

Ganz zum Schluss eine – zugegebenermaßen – etwas abwegige, aber nicht uninteressante Überlegung: Man stelle sich vor, jede Gemeinde im Land – also Hohenfels, Stockach oder Überlingen usw. – würde sich einen Weiher wie den unseren einrichten – was das für einen Aufschwung für unsere gebeutelte Natur ergeben würde! Die Mittel dafür wären bei entsprechender Prioritätensetzung sicher aufzubringen. Die Wirklichkeit wird bescheidener ausfallen, aber dennoch: Für 2008 steht auf dem Panier

Ausbau und ökologische Aufwertung des Eisweihers in Stockach – ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt zusammen mit Plenum und der Heinz Sielmann Stiftung.

 

 

 

                                                                                              Peter Berthold

 

 

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Samstag, 17.11.2007

Owinger Ortsnachrichten

Billafinger Mitteilungen

von Ortsvorsteher karl Barth

 

Waldwasserläufer

 

Der Waldwasserläufer ist kenntlich an seiner dunklen marmorierten Ober- und der hellen Unterseite und vor allem an dem weißen Bürzel und Schwanz mit drei dunklen Endbinden.

 

Peter Berthold

 

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (26)

 

Graue, nasskalte Novembertage bringen ruhige Zeiten ins Land – aber am Weiher ist es nach wie vor lebendig. Inzwischen dominieren wieder die Stockenten, von denen bisweilen über 100 die Wasserflächen und Ufer bevölkern, Bläß- und Teichhühner sowie Wasserrallen warten ab, ob sie einem richtigen Winter werden weichen müssen, Graureiher, Eisvogel und Zwergtaucher können immer noch Fische fangen, die sich nahe der Oberfläche aufhalten, und seit dem 3. November taucht auch unsere 8-köpfige Graugans-Familie wieder auf, die sich in den letzten Wochen rar gemacht hatte.

 

Heute soll eine ornithologische Kostbarkeit näher vorgestellt werden, die man am Weiher jedes Jahr an einer Reihe von Tagen beobachten kann, der Waldwasserläufer. Er gehört zur Familie der Schnepfenvögel oder zur Gruppe der Strandläufer, Watvögel oder Limikolen (Schlamm-Bewohner), ist also ein Feuchtgebiets-Vogel, der Flachwasserbereiche braucht. Bei uns hält sich der schmucke, reichlich starengroße Vogel, der durch seine langen Flügel eher wie eine kleine Taube wirkt, an allen Uferbereichen des Weihers auf, ebenso an den Froschtümpeln, den Gräben und den drei Flachwassermulden. Am Ufer sitzend oder laufend wird man seiner schwerlich gewahr, aber im häufigen schnellen Flug fallen die ruffreudigen Vögel mit ihrer dunklen Oberseite und dem weiß leuchtenden Bürzel und Schwanzwurzelbereich sowie durch ihr flötendes „tlui it it it“ sofort auf.

 

Waldwasserläufer haben ein großes Verbreitungsgebiet von Mitteleuropa bis Ost-Sibirien. Von den etwa ½ Mio Brutpaaren kommen in Deutschland jedoch nur etwa 1000 vor, die v. a. im Nordosten brüten. Die von uns aus nächsten Brutgebiete liegen in Ost-Bayern. Im Bodenseeraum in allen Monaten zu beobachtende Individuen sind Durchzügler, Überwinterer und Sommergäste. Auch im Rheindelta – dem Eldorado für Watvögel im Bodenseeraum – werden bei wöchentlichen Zählungen jährlich nur etwa 15-55, im Mittel ca. 25 Waldwasserläufer beobachtet. Damit sind die rund 10 Tage, an denen man meistens im März/April oder von Juni bis September Vögel dieser Art an unserem Weiher beobachten kann, sehr bemerkenswert. Oft tauchen mehrere Individuen gleichzeitig auf – im September dieses Jahres waren es 2, im August 2005 sogar 5.

 

In ihren Brutgebieten bewohnen Waldwasserläufer baumbestandene Moore, Bruch- und Auwälder sowie waldbestandene Uferbereiche (daher der Name). Dort bauen die Vögel nicht etwa selbst Nester, sondern beziehen verlassene vorjährige Nester von Drosseln, gelegentlich auch von Tauben, Krähenvögeln oder Neuntötern. Diese übernommenen Nester werden im Gegensatz zum sich ähnlich verhaltenden verwandten Bruchwasserläufer nur wenig hergerichtet. Anders als beim Brutschmarotzer Kuckuck werden die meist 4 Eier ab April ca.

20 Tage lang jedoch selbst bebrütet. Nach mehrwöchiger Führungszeit, in der die ihre Nester früh verlassenden Jungen kleine wirbellose Tiere im Seichtwasser zu fangen lernen, setzt der Wegzug schon im Juni ein. Er führt dann oft nur über kurze Strecken bis etwa zu unserem Weiher, teilweise aber auch in Winterquartiere bis ins südliche Afrika.

 

Weitere Watvogelarten, die bisher am Sielmann-Weiher beobachtet werden konnten, sind neben den Schnepfenvögeln Bekassine und Zwergschnepfe der Bruchwasserläufer, der oberseits viel heller ist und „chiff chiff“ ruft, der Grünschenkel, der um die Hälfte größer ist und im Ruf an einen Grünspecht erinnert sowie der Brachvogel, der noch größer ist und einen bogenförmigen Schnabel besitzt.

 

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Samstag, 22. September 2007

Owinger Ortsnachrichten

Billafinger Mitteilungen

von Ortsvorsteher Karl Barth

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (25)

 

Der Herbst zieht ins Land – und mit ihm gibt es wieder viele Veränderungen am Weiher. Die Blütenpracht von über 230 Arten von Kräutern, Stauden und Gehölzen, die heuer geblüht haben, geht nun rasch zur Neige, ein Großteil der Brutvögel ist abgezogen, Amphibien und Insekten ziehen sich zurück, und an die vielen Wespenspinnen, die dieses Jahr zu sehen waren, werden bald nur noch die mit Tautropfen behängten Netze des Altweibersommers erinnern. Wespenspinnen sind typische Anzeiger der Klimaerwärmung: Sie haben sich in den letzten Jahrzehnten von Südeuropa aus bis ins nördliche Europa ausgebreitet.

 

Spinne

 

Die farbenprächtigen, exotisch anmutenden Wespenspinnen werden ihrer Zeichnung wegen auch Zebraspinnen und aufgrund ihres Verhaltens auch Zitterspinnen genannt.

 

Der heutige Bericht ist vor allem einem interessanten Säugetier gewidmet, das inzwischen viele zumindest kurz gesehen haben, aber nur wenige richtig einzuordnen wissen – der Bisam. Meistens sieht man ihn irgendwo tief im Wasser liegend schwimmen, bevor er rasch wieder abtaucht. Hier sein Steckbrief: Mit bis zu etwa 35 cm Rumpflänge, einem rund 25 cm langen Schwanz und bis zu 1,5 kg Körpergewicht erreicht die Bisam-„Ratte“, die tierordnungsgemäß zu den Wühlmäusen gehört, die Größe eines Wildkaninchens. Dementsprechend wird der äußerst schmackhafte Bisam in seiner Heimat – Nordamerika – als „Sumpfkaninchen“ gehandelt. Das Hauptinteresse gilt jedoch seinem Pelz, z. T. auch den analen Moschusdrüsen (für die Parfümindustrie). Seines wertvollen weichen kastanienbraun glänzenden Felles wegen wurde der Bisam seit 1905 zunächst in Tschechien, später auch von Schottland über Skandinavien bis nach Ostasien eingebürgert. Inzwischen hat er sich in ganz Mittel- und Nordeuropa und in weiten Teilen Asiens ausgebreitet – von der Tundra bis in die Wüsten Kasachstans. In manchen Gebieten Asiens nimmt er in der Pelzindustrie den ersten Platz ein, und z. B. in Jakutien werden inzwischen jährlich rund 1/2 Mio freilebende Individuen erlegt.

 

Mit seinem im Sitzen plump-gedrungen Körper erinnert der Bisam an einen kleinen Biber, von dem er sich jedoch durch einen seitlich abgeplatteten, oben und unten scharfkantigen Ruderschwanz unterscheidet, während Biber bekanntlich einen breit-flachovalen Schwanz besitzen. Und der aus Südamerika stammende Nutria oder Sumpfbiber hat einen drehrunden Schwanz.

 

Der Bisam ist zwar nacht- und tagaktiv, taucht aber tagsüber oft nur in der Dämmerung auf. Da er unauffällig schwimmt, ist er zudem leicht zu übersehen. Weil er seine Baue häufig unterirdisch in Uferböschungen anlegt, wird er vielerorts als Unterminierer von Dämmen und Deichen durch Bisamjäger bekämpft – bei seiner Vermehrungsfreudigkeit keine einfache Angelegenheit. In unserer ebenen Tallage ist der Bisam als meist reiner Pflanzenfresser ausgesprochen nützlich und hilfreich. Wie schon im Bericht 23 mitgeteilt, bewahrt dieser „Gemeindearbeiter zum Nulltarif“ die Ufersäume unseres Weihers und die Gräben vor übermäßigem Rohrkolben-Bewuchs. Untrügliche Anzeichen für seine Anwesenheit sind abgebissene Teile größerer Wasserpflanzen – bei uns Rohrkolben, von denen er die unteren zarten weiß-hellgrün nachschiebenden Blattteile frisst.

 

Der Bisam ist in unserem Bereich kein Neubürger – er wird am Kaisergraben schon seit Jahrzehnten beobachtet und wurde dort früher auch schon erlegt. Aber er ist nun sicher gern in den Weiher und in die pflanzenreichen neuen Gräben umgezogen, wo er uns viele interessante Beobachtungen beschert.

 

Bisam

 

Geräuschlos und tiefliegend schwimmend wird der Bisam oft übersehen, aber man entdeckt ihn, wenn man sorgfältig auf Kräuselungen der Wasseroberfläche achtet.

 

Peter Berthold

 

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Samstag, 21. Juli 2007

Owinger Ortsnachrichten

Billafinger Mitteilungen

von Ortsvorsteher Karl Barth

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (24)

 

Kaum hat der Sommer Einzug gehalten, wird es am Weiher bereits stiller. Dank einer sehr frühen und erfolgreichen Brutperiode ist ein Großteil des Vogelgesangs schon verstummt, und die ersten Vögel sind gar schon teilweise abgezogen – das gilt v. a. für unsere Graugänse, die uns z. Z. nur noch besuchen kommen. Damit sind wir schon mitten in interessanten Verhaltensbeobachtungen, die sich heuer in großer Zahl machen ließen. Bleiben wir zunächst bei den Gänsen.

Die beiden Grauganseltern haben es geschafft, alle sechs am 5. April geschlüpften Jungen aufzuziehen. Dafür war im Hinblick auf die vielen Fressfeinde, die Gänseküken erbeuten können, große Wachsamkeit erforderlich. Um zum sicheren Übernachten die kleineren, überschaubaren Inseln im Westen und in der Mitte des Weihers ganz für sich zu haben, hat der Ganter bald nach dem Schlupf der Jungen den damals anwesenden Schwan so lange bedroht und gebissen, bis der schließlich den Weiher verlassen hat. Marschierte die Familie im Gänsemarsch in die Wiese westlich vom Weiher zum Gras weiden, hielt der Ganter vom Weg aus das Gelände bis zum Aussichtssteg sowie zum kleinen Parkplatz am Häuptlehaus im Auge. Und zeigte sich insbesondere ein Hund, zog sich die Familie rasch in den Ringgraben zurück, bis die Gefahr vorüber war. Besonders um Mitte Mai fand man häufig Gänseflügelfedern auf dem Weg – ein untrügliches Zeichen für die Großgefiedermauser der Eltern. Damit fiel die kritische Zeit, in der die Altvögel vorübergehend flugunfähig sind, in die Periode, in der auch die Junggänse noch nicht fliegen konnten und damit Alt und Jung gleichzeitig an die Wasserfläche und die nähere Umgebung gebunden waren. Ab dem 5. Juni flog dann die Gänseschar lärmend im Weihergebiet – aber es waren nur sieben Vögel. Was war geschehen? War doch noch ein Jungvogel auf der Strecke geblieben? Nein – die Gänsemutter hinkte in der Mauser etwas hinterher und musste zunächst allein auf dem Weiher ausharren, bis sie schließlich ab Mitte Juni auch mitfliegen konnte. Um diese Zeit dehnten die Gänse dann ihre Ausflüge bis zum Andelshofer Weiher aus, wo sie vermutlich mit den dortigen Graugänsen zusammen überwintern werden, falls sie nicht strengem Frost auf den Bodensee oder weiter weg weichen müssen. Gänse rasten nach der Brutzeit gern auf größeren Gewässern wie dem Andelshofer Weiher. Aber unsere Familie zeigt immer noch starke Heimatbindung – fast täglich kommen unsere Gänse zum Weiden ins Billafinger Tal zurück. Wenn den Eltern nichts zustößt, können wir sie nächstes Jahr wieder als Brutvögel bei uns erwarten.

Seit Anfang Juni hat sich ein Storchenpaar im Billafinger Tal eingestellt, und man sieht die Vögel praktisch tagtäglich auf den Talwiesen sowie stundenlang auf dem Storchenhorst, wo sie manchmal sogar kopulieren. Warum so spät um diese Jahreszeit? Vermutlich handelt es sich um ein Brutpaar, das heuer wie viele andere an Pfingsten bei dem extrem schlechten Wetter etwa im Raum Salem seine Jungen verloren hat und sich nun hier in ein neues potentielles Brutrevier eingewöhnt. Hoffen wir, dass es den beiden bei uns so gut gefällt, dass sie nächstes Jahr hier Ernst machen – der Kindergarten könnte es brauchen!

Vielen ist aufgefallen: Auf dem Weiher gibt es dieses Jahr viele Blässhühner – rund zehn Paare, mit Nachwuchs, aber fast keine Enten. Dafür gibt es eine einfache Erklärung. Die sehr aggressiven Bläßhühner haben die Stockenten so regelmäßig und heftig attackiert, dass sich die Männchen ganz verflüchtigt und die Weibchen mit ihren Jungenten in die Gräben zurückgezogen haben. Jetzt – gegen Ende der Brutzeit – werden die „Belchen“ friedlicher, und schon sieht man die ersten Entenfamilien mit bis gegen zehn fast ausgewachsenen Jungvögeln wieder auf dem Weiher. Zum Herbst und Winter hin werden die Stockenten dann wieder deutlich dominieren. Auch die kleineren Teichhühner trauen sich nun ab und an wieder auf die freie Wasserfläche, und die fast ausgewachsenen Jungen zeigen, dass auch sie wieder erfolgreich gebrütet haben.

Auch zwei neue Vogelarten hat uns der Weiher seit dem letzten Bericht für unsere Region beschert: Am 20. Mai einen auf dem Durchzug rastenden, überaus laut „karre-karre kiet kiet“ singenden Drosselrohrsänger und ab dem 2. Juni mindestens eine Uferschwalbe, die vielleicht in der Umgebung brütet.

Viele haben auch gemerkt, dass der Weiher heuer gar nicht weiter mit Rohrkolben zugewachsen ist – im Gegenteil – üppige letztjährige Bestände sind abgestorben. Somit braucht ein eigens dafür angeschafftes Mähgerät z. Z. gar nicht eingesetzt zu werden. Über die Ursachen des Rohrkolben-Rückzugs mehr in einem späteren Bericht.

 

 Peter Berthold

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Samstag, 19. Mai 2007

Owinger Ortsnachrichten

Billafinger Mitteilungen

von Ortsvorsteher Karl Barth

 

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (23)

 

Graugansfamilie

 

Viel Neues gibt es zu berichten! Unser Weiher hat eine weitere „Feuer-“ oder besser „Wasserprobe“ bestanden: Obwohl es einen ganzen Monat lang keinen Tropfen geregnet hat, ist sein Wasserstand überhaupt nicht abgesunken, sondern der Weiher läuft nach wie vor an seiner niedrigsten Stelle über (bei den großen Pappeln in den Kaisergraben). Das demonstriert sehr eindrucksvoll den riesigen Wasservorrat unserer Talaue – eine Lebensversicherung für den Fall einer weiteren Mediterranisierung unseres hiesigen Klimas!

 

In den Billafinger Mitteilungen vom 7. April hatte unser Ortsvorsteher Karl Friedrich Barth die österlichen Zeichen der Fruchtbarkeit gewürdigt – den Hasen und das Ei. Zu dieser österlichen Fruchtbarkeit hat unser Weiher das Seinige beigetragen: Am 5. April, also zu Gründonnerstag, zeigten sich (wie nach dem „Verschwinden“ des Weibchens – zur Bebrütung der Eier auf dem Nest – berechnet) erstmals die stolzen Graugans-Eltern mit 6 Jungen, die inzwischen schon auf die Größe kleiner Enten herangewachsen sind. Ein Mitbürger unserer Gemeinde teilte mir das freudige Ereignis mit den Worten mit: „Herr Berthold – wir haben Nachwuchs!“. Bereits am 8. April schlüpften dann heuer auch die ersten jungen Bläßhühner – in einem Nest am Westende der mittleren Insel, das vom Beobachtungsstand sehr gut einzusehen ist. Bald konnte man die 5 Jungen umherschwimmend beobachten, wie sie von den Eltern gefüttert wurden und abends wieder auf das Nest kletterten und unter die nachts wärmende Mutter schlüpften. Damit war der Zeitpunkt gekommen, der eine ganze Reihe von Besuchern veranlasste, von nun an zum Weiher ein Fernglas mitzunehmen – so lässt sich jetzt das Familienleben der Gänse, Bläßhühner und vieles mehr als Augenschmaus genießen.

 

Seit dem letzten Bericht hat sich am Weiher so viel ereignet, dass nur die wichtigsten Beobachtungen kurz aufgezählt werden können. Seit Wochen macht sich ein Bisampaar nützlich, indem es Gräben und Ufersäume vor zu starkem Rohrkolben-Bewuchs bewahrt. Damit ist dieser Pflanzenfresser sozusagen ein nützlicher „Gemeindearbeiter zum Nulltarif“. Seit Jahresbeginn haben sich am Weiher bereits 5 neue Vogelarten gezeigt – neben dem bereits im letzten Bericht erwähnten Höckerschwan und der Schellente am 25.3. ein Rohrweihen-Männchen, am 28.3. 3 Knäkenten sowie am 19.4. ein prächtiger Wiedehopf. Weiterhin waren bis zu 5 Schwarzkehlchen-Männchen am Weiher, von denen inzwischen mindestens 2 verpaart sind; ferner sah man immer wieder Zwergschnepfen und Bekassinen, am 15.4. Kolbenenten, am 16.4. tauchten erste Baumfalken auf, danach Braunkehlchen, Wendehals, Klappergrasmücke, Fitis, Bruchwasserläufer, Zwergtaucher, Reiherente, Wespenbussard u. a. Zur Zeit führen 3 Bläßhuhn-Paare mindestens 13 Junge, und 2 weitere sitzen – gut einsehbar – auf Nestern im Froschtümpel und vor der großen Insel. Auch je 2 Paare Teichhühner und Wasserrallen haben sich niedergelassen – damit beherbergt unser Weiher 3 Rallen-Arten!

 

Dank einiger Bewässerungsaktionen haben auch die neugesetzten Pflanzen die Trockenperiode gut überlebt, sodass wir nun mit den hoffentlich wieder häufiger fallenden Niederschlägen eine täglich zunehmende Blütenpracht genießen können. Damit die Freude daran nicht getrübt wird, sollten Hundehalter von nun an strikt das ausgewiesene Wegegebot befolgen!

                                                               Peter Berthold

 

 

 

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Samstag, den 20. Januar 2007

 

 

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (21)

 

 

Januar 2007 – Zeit für einen kurzen Rückblick auf das zweite Jahr Billafinger Weiher – 2006 – und für einen kurzen Ausblick.

 

Wie bereits im Gründungsjahr 2005, so hat sich der Weiher auch 2006 prächtig weiter entwickelt. Die Vegetation ist überall üppig geworden, und Hochstaudenfluren mit Steinklee, Wilder Möhre, Rainfarn, Malven, Natternkopf u. a. haben sich bis an die Wegränder hin entwickelt. Viele von ihnen samen z. Z. noch aus, so dass mit der kommenden Vegetationsperiode neue Jungpflanzen zahlreich entstehen werden.

 

Insgesamt konnte man 2006 im Weiherbereich und dessen Umfeld rund 220 höhere Pflanzenarten beobachten, also Bäume, Sträucher, Stauden, Kräuter einschließlich Gräsern sowie drei Schachtelhalmarten und Sumpf-Farn – das sind fast 100 Arten mehr als 2005. Darunter sind viele seltene und vom Aussterben bedrohte Arten in z. T. prächtigen Beständen wie etwa Brauner Storchschnabel, Frosch- und Hühnerbiss, Konrade, Schwanenblume, Seekanne, Sommer-Knotenblume und Zungen-Hahnenfuss.

 

Am meisten augenfällig war neben den vielen Amphibien, nämlich Tausenden von Gras- und Wasserfröschen sowie Erdkröten und Hunderten von Laubfröschen und Bergmolchen, natürlich wieder die für jedermann leicht zu beobachtende Vogelwelt. 2006 sind im Weiherbereich insgesamt 104 Vogelarten registriert worden – 7 davon im Billafinger Raum zum ersten Mal (Graugans, Mandarin-, Schnatter-, Pfeif- und Kolbenente, Großer Brachvogel und Ringdrossel). 57 Arten haben im Weiherbereich und Umland gebrütet, und 47 Arten sind als Durchzügler oder Gäste aufgetaucht. Mit den 7 erstmals beobachteten Arten – v. a. Wasservögeln – hat sich die Anzahl der im Billafinger Gebiet überhaupt festgestellten Arten nun auf 145 erhöht. Unter den Brutvögeln waren – wie schon früher berichtet – die „Stars“ Kolbenente, Teichhuhn, Teichrohrsänger (alle drei Arten erstmals brütend) sowie Grauspecht, Sumpfrohrsänger, Rohrammer und Schwarzkehlchen (zwei Paare). Auch die Vogelansammlungen waren beeindruckend – bis zur leichten Vereisung nach Mitte Dezember konnte man an vielen Tagen über 50 Stockenten auf der Wasserfläche sehen, die bei der extrem milden Witterung bis nach Mitte Dezember eifrig balzten.

 

Am 9.11. wurden in den Weiher 366 Teichmuscheln eingebracht. Diese „Filtrierer“ verbessern nicht nur die Wasserqualität, sondern bereiten v. a. den Einsatz von Bitterlingen vor – einer kleinen seltenen Fischart, die ihre Eier mit einer Legeröhre in Muscheln ablaicht.

 

Auch 2006 wurden die Biotope um den Weiher durch eine Reihe ergänzender Maßnahmen weiter aufgewertet: eine Flachwassermulde im Westen, eine Schilf- und Riedfläche im Osten, einige neue Gräben, einen Storchenhorst sowie einen erstklassigen Hochstand, errichtet durch Freunde aus der Jägerschaft (Bericht 15) sowie viele Nachpflanzungen.

 

Nachhaltige Wirkung hat auch die Anfang August durchgeführte Mahd von Rohrkolben gezeigt: Große freie Wasserflächen ermöglichen vom Beobachtungsstand freien Durchblick bis zu den gegenüberliegenden Ufern. Damit große Teile der Weiherfläche auch künftig offen gehalten werden können, ist ein spezielles Mähgerät in Auftrag gegeben worden.

 

Biotopverbesserungen und Pflegemaßnahmen beliefen sich in 2006 auf insgesamt 22576 €, die wieder aus Mitteln meines Tätigkeitsbereichs aufgebracht werden konnten.

 

Was steht für 2007 an? Nochmals eine größere Nachpflanzungsaktion von Sträuchern und selteneren Stauden, in Planung sind neue Schautafeln mit Vögeln und Pflanzen, und im östlichen Uferbereich des Weihers wird die dort befindliche Flachwassermulde etwas vergrößert werden (wofür der Ortschaftsrat schon seine Zustimmung gegeben hat). Diese Mulde beherbergt regelmäßig ganz besonders seltene Gäste: Waldwasserläufer, Bekassine und v. a. die im Nordosten Europas brütende Zwergschnepfe, die früher bisweilen am Kaisergraben Wintergast war und von der sich nun wieder häufig einige in der störungsfreien Mulde aufhalten.

 

Erfreulich war, dass der inzwischen überaus beliebte Weiherbiotop 2006 sehr schonend behandelt wurde. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Wegegebote befolgt und ist auf Pflanzen und Tiere Rücksicht genommen worden – so möge es auch heuer wieder sein!

 

Peter Berthold

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Samstag, den 11. November 2006

  

Wissenswertes vom Heinz-Sielmann-Weiher (20)

 

Am 6. Oktober 2006 ist Professor Heinz Sielmann von uns gegangen – er entschlief ruhig und in Würde im Kreise seiner Familie und Freunde. Es ist Ehrensache, ihm heute hier einen Nachruf einzuräumen, nachdem er mit unserem Weiher, der seinen Namen trägt, auf immer mit unserer Gemeinde verbunden bleiben wird.

In seiner verwobenen Tätigkeit als Tierfilmer, Filmproduzent, Publizist, Naturschützer sowie Natur- und Menschenfreund war er eine herausragende, prägende und in vielem einzigartige Persönlichkeit. Die Stärken für sein ungemein erfolgreiches Wirken waren v. a. Zielstrebigkeit, gute Talente, überwiegend robuste Gesundheit, Optimismus und nahezu unbändige Freude an der Natur.

Obwohl 1917 in Mönchengladbach-Rheydt geboren, wuchs er ab 1924 in Ostpreußen auf, arbeitete schon als Schüler begeistert mit einer Filmkamera und beschloss bereits als Abiturient, Tierfilmer zu werden – was damals etwa dem Plan für einen Schlossbau auf dem Mond gleichkam. Prägend war für ihn eine frühe enge Bindung zur Vogelwarte Rossitten – dem Mutterinstitut der heutigen Vogelwarte Radolfzell, in deren Umfeld seine Erstlingswerke entstanden: „Vögel über Haff und Wiesen“ – 1938 als Film, 1943 als Buch.

Glückliche Umstände führten ihn in der Nachfolge des verstorbenen Tierfilmers Horst Siewert 1943 nach Kreta, von dort 1945 in die britische Kriegsgefangenschaft und in Verbindung damit 1947 zurück nach Deutschland und alsbald zum späteren FWU (Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht). Als er dann in den Studios des NWDR die junge Volontärin Inge Witt kennen lernte, die er 1951 heiratete und die bis zu seinem Lebensende getreu mit ihm zusammen arbeitete, waren die Grundsteine für eine steile Karriere als Pionier des Naturfilms gelegt, die 1960 mit der Gründung der „Heinz Sielmann Filmproduktion“ eine solide Basis bekam.

Mit seinem filmischen Schaffen schrieb Heinz Sielmann ab den 1950er und bis in die 1990er Jahre Filmgeschichte – zunächst in Deutschland und später weltweit. Seine legendäre Serie „Expeditionen ins Tierreich“ erschien in der ARD in über 150 Folgen, Kinofilme wie „Galapagos – Trauminsel im Pazifik“ oder „Herrscher des Urwalds“ wurden weltweit in 25 Sprachen gezeigt. Seinen Weltruhm baute Heinz Sielmann v. a. in enger Zusammenarbeit mit der BBC in England und der National Geographic Society in den USA auf.

Von der Idee, den Menschen die Einzigartigkeit der Natur so hautnah wie möglich bis in ihre Wohnzimmer vorzuführen, war Heinz Sielmann so beseelt, dass er praktisch den ganzen Globus für Filmprojekte bereiste. Wiederholte Reisen in dieselben Gebiete zeigten ihm wie nur wenigen anderen, wie rasant vielerorts die Natur durch den Menschen zerstört wurde. Nachdem er bereits 1972 zusammen mit Konrad Lorenz, Bernhard Grzimek u. a. die „Gruppe Ökologie“ gegründet hatte, entschloss er sich 1994 folgerichtig, zusammen mit seiner Frau Inge Sielmann die Heinz Sielmann Stiftung zu gründen, die unter dem Leitsatz „Naturschutz als positive Lebensphilosophie“ vier Hauptziele verfolgt: Refugien für Tiere und Pflanzen zu schaffen und zu erhalten, Menschen an die Natur heranzuführen, die Öffentlichkeit für den Naturschutz zu sensibilisieren und ein Sielmann-Archiv des Naturfilms aufzubauen. Im Rahmen dieser Zielsetzungen ist neben den großen „Sielmanns Naturlandschaften“ Wanninchen, Groß Schauener Seen, Döberitzer Heide, Innerdeutscher Grenzstreifen auch der Biotopverbund Bodensee im Entstehen, dem wir unseren wunderbaren Weiher verdanken. Zur Entscheidung des Ehepaares Sielmann, eine Stiftung zu gründen, trug auch ein ungemein leidvolles Ereignis bei: der Unfalltod ihres 1954 geborenen Sohnes Stephan 1978.

Das hohe Ansehen, das Heinz Sielmann genoss, spiegelt sich in einer Fülle von Auszeichnungen wieder, von denen hier der „Deutsche Filmpreis – das Filmband in Gold“ - , die „Goldene Kamera“,  der „Bambi“ sowie der Ehrenpreis des Deutschen Umweltpreises 2005 der Deutschen Bundesstiftung Umwelt genannt seien.

Mehr als sieben Jahrzehnte war Heinz Sielmann nahezu rastlos für seine Überzeugungen tätig – nun wird er seine letzte Ruhestätte in seinem Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen bei Duderstadt finden. Sein Vermächtnis aber – die Heinz Sielmann Stiftung – wird mit Inge Sielmann als Vorsitzende des Stiftungsrates den eingeschlagenen Weg in Dankbarkeit und Zuversicht weitergehen.

Persönlich habe ich in Heinz Sielmann einen väterlichen Freund verloren, dem ich mich in mehr als 50jähriger Bekanntschaft mehr und mehr verbunden fühlte. Ihm zu begegnen war immer ein Erlebnis – er war unter Freunden ein so herrlich unkomplizierter, positiver Mensch, der sich etwa selbst nach einer schmerzreichen, schlafarmen Nacht morgens am Gezwitscher einer Gruppe von Zeisigen - die er sich gerade aus dem früheren Ostpreußen zugereist dachte – so herzlich erfreuen konnte, dass es einfach ansteckte. Oder der am Nachmittag mit leuchtenden Augen darauf hinwies, dass es abends wohl leckeres „Drachenblut“ – also einen Trollinger – geben würde. Und in dieser positiven Art durften wir ihn ja auch hier bei uns an seinem 88. Geburtstag am 2. Juni 2005 erleben, und so werden wir ihn auch in Erinnerung behalten. Und tagtäglich unseren gemeinsamen Weiher vor Augen wird es mir Freude bereiten, als Stiftungsrat weiterhin für seine Stiftung zu arbeiten.

Zum Schluss noch eine kurze Geschichte, wie sie nur das Leben schreiben kann. Die Herzensfreundin von Frau Inge Sielmann ist eine Frau Hildegard Severien geb. Hoffmann, die von 1935-1950 in – kaum zu glauben – Billafingen gelebt hat, nämlich als Tochter des seinerzeitigen Hauptlehrers August Hoffmann und als Schulkameradin unserer Frau Maria Hafen und Emma Lenz. So klein ist die Welt – und Frau Severien, die heute in München lebt, wird unser Dorf im nächsten Jahr besuchen – und zwar zusammen mit Frau Inge Sielmann!

 

Peter Berthold

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Professor Sielmann

 

 

 

Heinz Sielmann ist am Freitag, den 6. Oktober verstorben

 

Der große Tier- und Naturfilmer, der durch die beliebte und über drei Jahrzehnte ausgestrahlte Fernsehserie „Expeditionen ins Tierreich“ bekannt wurde, ist im Alter von 89 Jahren verstorben.

Der Naturfilmer ist in den 80er Jahren zunehmend ein nachdrücklicher und engagierter Naturschützer geworden.

Sein Vermächtnis ist die Heinz Sielmann Stiftung, die er 1994 zusammen mit seiner Frau Inge Sielmann gegründet hat. Dabei ist der Artenschutz einer der Schwerpunkte der Stiftung.

Zu den zahlreichen Ehrungen, die Heinz Sielmann erhielt, gehören Auszeichnungen wie die "Goldene Kamera", das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, sowie 2005 den Ehrenpreis des Deutschen Umweltpreises für seine Lebensleistung.

Im Mai 2004 hat unser Mitbürger Prof. Berthold die Sielmann Stiftung und mit ihr Prof. Heinz Sielmann mit Frau Inge und weiteren Vorstandsmitgliedern der Sielmann Stiftung im Billafinger Tal begrüßt und von der Idee überzeugt, sich am Bodensee zu engagieren.

Bei diesem Aufenthalt hat Prof. Sielmann dem Startvorhaben in Billafingen einen Weiher zu schaffen zugestimmt. Bereits ein Jahr später wurde der Weiher auf den Namen „Heinz Sielmann Weiher“ getauft und eingeweiht. Prof. Heinz Sielmann, er feierte an diesem Tag seinen 88. Geburtstag, nahm an den Feierlichkeiten zur Einweihung persönlich mit Frau Inge teil.

Für Billafingen war dies ein großer Tag und gerne erinnern wir uns an die Worte, die Prof. Sielmann unter dem Leitsatz "Naturschutz als positive Lebensphilosophie", an uns gerichtet hat.

Auch nach seinem Tot bleibt sein Werk und seine Stiftung mit ihrem Engagement hier im Bodenseeraum.

Der Name Heinz Sielmann wird durch den von der Stiftung geschaffenen Weiher im Billafinger Tal verbleiben.

 

Karl-Friedrich Barth

Ortsvorsteher

 

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Im Dezember 2004 startete die Heinz Sielmann Stiftung bereits das Pilotprojekt „Billafinger Weiher“ in der Bodensee-Gemeinde Owingen. Dort soll durch Wiedervernässung eines ehemaligen Niedermoor-Gebietes ein großflächiger, vom Grundwasser gespeister, Weiher entstehen. Hierzu heben Bagger bis Mitte 2005 auf einer Fläche von 1,3 Hektar rund 20.000 Kubikmeter Erdreich aus und schließen die Drainageleitungen, die einst im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung angelegt wurden. Die Stiftung erhofft sich schon in Kürze erste Ansiedlungen heimischer, zum Teil vom Aussterben bedrohter, Tier- und Pflanzenarten, darunter Bekassine, Braun- und Schwarzkehlchen.

(Quelle www.sielmann-stiftung.de)

 

Feierliche Einweihung des "Sielmann-Weihers" 2005

 

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